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Kosenamen

Falls Sie beim Lesen russischer Literatur Probleme mit den häufig wechselnden Vornamen der Personen haben, bekommen Sie Hilfe auf unserer Seite für russische Kosenamen.

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Russische Hörbücher

Eine größere Auswahl russischer Literatur als Hörbuch, teils sogar als Autorenlesung, finden Sie im Online-Shop des Fabula Verlags

Getreu dem für verbalissimo gewählten Ansatz zählen hier zur russischen Literatur alle Bücher, deren Original auf Russisch geschrieben wurde. Zur russischsprachigen Literatur gehören auch AutorInnen aus anderen Ländern als Russland, denn innerhalb der ganzen damaligen UdSSR und auch der jetzigen GUS wurde und wird Russisch geschrieben, oft auch von Nichtrussen. Außerdem leben viele russisch schreibende AutorInnen seit langen Jahren im erzwungenen oder auch freiwilligen Exil irgendwo in der Welt, schreiben aber weiter auf Russisch.

Hinweis zur russischen Rechtschreibung

Das Russische gehört für Windows zu den Sprachen, die andere als die westeuropäisch-amerikanischen Zeichensätze (Fonts) benutzen. Was dies für diese unsere Seiten unter Umständen bedeutet, können Sie bei den Technischen Informationen unter Fremdsprachige Zeichensätze nachlesen.

     

Achmatowa, Anna

Der volle Name der Autorin war Anna Andrejewna Achmatowa. Näheres zu ihrem Leben und Werk siehe dt. Wikipedia unter Anna Achmatowa.

Zur Werkübersicht bei amazon.de/at: Anna Achmatowa.

     

Anna Achmatowa, Stichotworenija / Poetry

Auch wenn man kein oder wenig Russisch versteht, sollte man sich die Gelegenheit nicht entgehen lassen, sich Gedichte Anna Achmatowas von einer russischen Sprecherin vortragen zu lassen. Im fabula-Verlag gibt es dafür eine wunderbare CD, die ich mir immer wieder anhöre (Sprecherin: A. Demidowa).

Alle russischen Texte sind im Beiheft vorhanden; es gibt allerdings keine deutsche oder sonstige Übersetzung dazu. Überhaupt ist außer der englischen Rückseite des Umschlags mit Titel, Mitwirkenden und Impressum sowie der Vorderseite mit dem Namen des Verlags alles nur in kyrillischer Schrift zu sehen.

Wenn Sie kein Russisch können und die CD trotzdem kaufen wollen, z.B. als Geschenk:

Der Name der Dichterin sieht auf dem Umschlag so aus: A. A. AXMATOBA (da haben wir Glück, dass alle Buchstaben, wenn auch in anderer Bedeutung, auf der lateinischen Tastatur vorhanden sind, aber bei allen anderen Angaben passt es nicht mehr...).

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Anna Achmatowa, Stichotworenija / Poetry

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Anna Achmatowa, Requiem

Gedichte in zweisprachiger Ausgabe, gelesen auf Deutsch und teilweise auf Russisch. Im Anhang viele Fotos und Dokumente zum Leben Anna Achmatowas, ihrer Angehörigen und ihrer Schriftstellerfreunde.

Dieser Gedichtszyklus ist dem Leiden deren gewidmet, die direkt oder indirekt die Schrecken der stalinschen Gewaltherrschaft über sich ergehen lassen mussten. Anna Achmatowa gehörte unmittelbar zu den Betroffenen, denn ihr (geschiedener) Mann N. Gumilew wurde erschossen, ihr Sohn mehrmals verhaftet, Freunde verschwanden auf immer, bekannte Dichter und Schriftsteller wurden ermordet oder begingen Selbstmord.

Auch in der vorliegenden deutschen Übersetzung (auf gereimte Nachdichtung wurde verzichtet) sind diese Gedichte gut zu lesen und die Trauer zu erfühlen.

Durch die Zweisprachigkeit (linke Seite russisch, rechte Seite deutsch) hat auch der weniger im Russischen Bewanderte ein gute Möglichkeit, sich wenigstens streckenweise einen Eindruck vom Original zu verschaffen.

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Anna Achmatowa, Requiem

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Anna Achmatowa, Die roten Türme des heimatlichen Sodom

Ausgewählte Gedichte in zweisprachiger Ausgabe. Im Anhang ein (ebenfalls zweisprachig wiedergegebener) Briefwechsel mit Boris Pasternak und viele Fotos. Gelesen auf Deutsch und teilweise auf Russisch.

Diese Auswahl von Gedichten ist thematisch breiter gestreut als Requiem (s.o.), aber die schwierigen Zeitläufte sind natürlich sehr oft spürbar, und sei es nur in einer düsteren, traurigen Grundstimmung.

Auch in der vorliegenden deutschen Übersetzung (die in Wirklichkeit eine eng ans Original angelehnte, gereimte deutsche Nachdichtung ist) sind diese Gedichte gut zu lesen und erreichen den Leser direkt.

Durch die Zweisprachigkeit (linke Seite russisch, rechte Seite deutsch) hat auch der weniger im Russischen Bewanderte ein gute Möglichkeit, sich wenigstens streckenweise einen Eindruck vom Original zu verschaffen.

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Anna Achmatowa, Die roten Türme des heimatlichen Sodom

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Akunin, Boris

Boris Akunin ist das Pseudonym eines 1956 in Tiflis (damals Georgische SSR) geborenen und jetzt in Russland lebenden Japanologen, Literaturwissenschaftlers, Übersetzers und Kriminalromanschriftstellers georgischer Abstammung. Näheres zum Autor siehe deutsche Wikipedia unter Boris Akunin.

Zur Werkübersicht bei amazon.de/at: Boris Akunin.

 

Boris Akunin, Die Moskauer Diva

Kriminalroman. Gelesen auf Deutsch. Russischer Originaltitel: Весь мир театр (Die ganze Welt ist Theater).

Die Russen haben die Angewohnheit, ihre Bekannten mit Vornamen und Vaternamen statt mit dem Nachnamen anzusprechen. Deshalb wird der vielen Akunin-Lesern bereits bekannte Kommissar Fandorin zunächst als Erast Petrowitsch und erst später mit seinem Familiennamen eingeführt. Wenn man diese Hürde erst einmal genommen hat und nicht zwei verschiedene Personen hinter diesen Namen vermutet, kann man ruhig weiterlesen, denn die in russischen Romanen ansonsten weit verbreitete und für deutsche Leser oft schwer zu durchschauende Fülle an Kosenamen bleibt einem in diesem Roman weitgehend erspart. Das zum Ersten, würde Fandorin sagen.

Moskau 1911. Besagter Fandorin hat bereits eine gewichtige Karriere hinter sich und lässt sich nur noch in besonders heiklen, meist von der Regierung an ihn herangetragenen Fällen dazu herab, sein Wissen und seine Erfahrung der Kriminalpolizei zur Verfügung zu stellen. Nur eine Verwechslung kann ihn daher dazu bringen, den Verfolgungsängsten der ebenso jungen und hochgelobten wie zickigen Moskauer Theaterdiva Elisa Altaïrskaja-Lointaine nachzugehen.

Es kommt dann, wie es kommen muss: Die Diva hat wirklich Grund zur Beängstigung, es gibt Drohungen und Morde in der Theatergruppe um sie herum, alles scheint darauf hinauszulaufen, dass ihr brutaler Ex-Ehemann alle Männer umbringt, die sich ihr nähern. Doch Fandorin verliebt sich in sie, und sie sich in ihn. Dadurch kommt Fandorin selbst in Gefahr; also bricht Elisa wieder mit ihm, aber offensichtlich grundlos. Der verwirrte Kommissar kommt mit seinen kriminalistischen Untersuchungen nicht weiter.

Fandorin hat jedoch sozusagen einige Asse im Ärmel, die ihn unverhofft weiterbringen: Aus Angst vor dem Altwerden hat er (unter anderem) Japanisch gelernt, er kennt nicht nur die russische, sondern auch die in Moskau gerade für Furore sorgende japanische Theaterwelt, er ist (fast) durchtrainiert wie ein Ninja und er hat - eher wider Willen - einen japanischen Adoptivsohn, der ihm zur Seite steht. Der Kommissar auf Abwegen versucht daher, die Gunst der Diva mit dem Schreiben eines japanischen Theaterstücks zu gewinnen. Das auch großen Erfolg hat, beim Publikum und bei Elisa, aber den japanischen Adoptivsohn zu Fandorins Rivalen werden lässt. Das Gefühlschaos könnte größer nicht sein.

Irgendwann platzt dann natürlich die Bombe (das ist wörtlicher zu nehmen, als man meinen könnte), und alles wird aufgeklärt. Aber ganz anders, als gedacht...

Fazit: Das ist ein trotz aller Morde eher bedächtiger und psychologisierender, ja romantischer Krimi im Moskauer Theatermilieu, der die Nähe zur großen russischen Romantradition sucht und diese mit Einblicken in die japanische Kultur und Theatertradition verbindet. Das hat mir gut gefallen. Die Einbindung von Fandorins fast aus dem Stand geschriebenem japanischen Theaterstück in die Handlung des Krimis ist so gut gelungen, dass ich es eher als unnötig, ja störend empfand, den Text dieses Theaterstücks in voller Länge (fast 60 Seiten) nach dem Ende des Romans präsentiert zu bekommen. Ich habe das Stück trotzdem gelesen, hatte aber einige Mühe damit, und es brachte mir auch nichts. Mein Rat: Wenn Sie nicht ein großer Fan traditionellen japanischen Theaters sind, lassen Sie das nachgereichte Stück einfach weg.

[hrh 05.12.13]

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Boris Akunin, Die Moskauer Diva

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Avilova, Alla

Zur Werkübersicht bei amazon.de/at: Alla Avilova.

     

Alla Avilova, Das Buch des Feuers

Roman. Gelesen auf Deutsch.

Dieser Roman führt den Leser durch zwei dramatische Jahrhunderte russischer Geschichte. Ausgangspunkt ist eine 500 Jahre alte Handschirft, die ein niederländischer Wissenschaftler in Moskauer Archiven gefunden hat. Die Nachforschungen erweisen sich nicht nur als beschwerlich, sondern es treten unerklärliche Behinderungen auf und bilden den Anlass zu einer fesselnden Suche in der Schwebe zwischen Fantasie, Folkore, Abenteuer, Krimi und wissenschaftlicher Forschung.

Ich fand es gut zu lesen, interessant und spannend.

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Alla Avilova, Das Buch des Feuers

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Babel, Isaak

Zur Werkübersicht bei amazon.de/at: Isaak Babel.

     

Isaak Babel, Geschichten aus Odessa

Kurzgeschichten. Gelesen auf Deutsch.

Isaak Babel könnte man für seine Kurzgeschichten wohl eine Art östlichen Hemingway nennen. Seine Erzählungen sind kurz, spannend und aufgrund der beschriebenen Epoche (Anfang 20. Jahrhundert) und des Orts der Handlung (Odessa am Schwarzen Meer) heute fast als „exotisch” zu empfinden.

Isaak Babel war ein Feind aller Langatmigkeit und verbannte jedes überflüssige Wort aus seinen Erzählungen. Bezeichnend ist eine Begegnung, die Konstantin Paustowskij in seinen Erzählungen vom Leben beschreibt; ich gebe sie verkürzt in eigenen, mageren Worten wieder, denn bei Paustowskij nimmt alles etwas mehr Platz ein als bei Babel (ohne dass dies die Lesefreude trüben würde):

Während einer Diskussion über seine literarische Arbeit lobt Paustowskij Babels Prosa, die „wie aus einem Guss” sei. Da zieht Babel zu Paustowskijs großer Verblüffung ein auf Maschine geschriebenes Manuskript von zweihundert Seiten hervor. Hatte Babel sich endlich zu einem großen Roman durchgerungen? Paustowskij schaut in das Manuskript, sieht am Anfang den Titel einer ihm bekannten Kurzgeschichte Babels und gibt seiner Überraschung Ausdruck, denn er weiß, wie kurz diese Geschichte ist. Babel klärt ihn vor Verlegenheit errötend auf: Die Geschichte hat wirklich nur rund 15 Seiten, - aber das Manuskript enthält 22 Varianten davon, eine kürzer als die andere... Und am Ende der Arbeit steht dann die Fassung, die „aus einem Guss” ist... (S. 725-727)

Zur Arbeitsweise von Isaak Babel siehe auch sein Zitat „Auch ein Genie erfindet nicht alles“.

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Isaak Babel, Geschichten aus Odessa

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Isaak Babel, Die Reiterarmee

Roman in Kurzgeschichten, gelesen auf Deutsch.

Das Werk ist aus den Erlebnissen des Autors während des polnisch-russischen Krieges von 1920 entstanden, an dem Isaak Babel auf Seiten des bolschewistischen Kosakenheeres des berühmt-berüchtigten Reitergenerals Budjonny Teil genommen hat.

In immer neuen Perspektiven, aufgeteilt auf kurze Episoden, entsteht ein realistisches und manchmal grell beleuchtetes Gesamtbild der Brutalität des Leidenschaften entfesselnden Krieges vor dem Hintergrund einer zerbrechenden Welt. Doch bringt es Isaak Babel fertig, in visionärer Weise auf die immer und weiter wirkenden Elemente dieser die Kräfte des einzelnen Menschen übersteigenden Gewalten fühlen zu lassen.

Mich hat das Werk trotz des historischen, politischen und geografischen Abstands voll in seinen Bann geschlagen.

Literarische Fußnote:

Die Bezeichnung „Roman in Kurzgeschichten” stammt von mir selbst und darf gern kritisiert werden. Aber sie gibt genau meinen Eindruck von diesem berühmten, aber in der UdSSR lange Zeit verfehmten Werk Isaak Babels wieder: Durch die Aneinanderreihung von 36 Kurzgeschichten, von denen jede ihr eigenes Leben und Gewicht hat, entsteht der Eindruck eines Gesamtbildes und Gesamtgeschehens, das man eigentlich nur „Roman” nennen kann.

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Isaak Babel, Die Reiterarmee

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Belyj, Andrej

Andrej Belyj (oder Andrei Bely oder Andréi Biély oder Andreï Biely) war der Künstlername des russischen Dichters, Schriftstellers und Symbolismus-Theoretikers Boris Nikolajewitsch Bugajew. Dieser wurde um 1880 in Moskau geboren und starb dort 1934.

Mehr zum Autor bietet die dt. Wikipedia unter Andrei Bely.

Zur Werkübersicht bei amazon.de/at: Andrej Belyj.

  

Andrej Belyj, Petersburg

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Roman, gelesen auf Deutsch. Originaltitel: Петербург (Peterburg).

Sankt-Petersburg, das zwischenzeitlich Petrograd und dann Leningrad hieß, war von Zar Peter dem Großen mitten in ein riesiges Sumpfgeländer in der Nähe der Ostsee gebaut worden, einerseits als Zeichen der selbst die Natur überwindenden Zarenmacht und andererseits als Zugang zur Ostsee, also zu Westeuropa. In dieser Stadt mit ihren herrschaftlichen Palästen, ihren langen und dunkeln Wintern und den aus den allgegenwärtigen Sümpfen und Wasserflächen aufsteigenden Nebeln herrscht 1905 adelige Untergangs- und revolutionäre Aufbruchstimmung. Jeder spürt, dass etwas Großes und Unheimliches auf die trotz allen Glanzes düstere Stadt zukommt, und jeder sucht sein Heil auf seine Weise.

Andrej Belyj hat die Stimmungen der Stadtbevölkerung in diesem seinem großartigsten Roman eingefangen und am Generationenkonflikt zwischen dem alternden zaristischen Bürokraten Apollon Apollonowitsch und seinem noch den Sinn seines Lebens suchenden Sohn Nikolai Apollonowitsch exemplifiziert.

Nikolai Apollonowitsch hasst und fürchtet seinen Vater und lässt sich dazu hinreißen, „unter Freunden“ eine Todesdrohung gegen ihn auszustoßen. Diese kommt in die Ohren von Revolutionären, und schon bekommt der Sohn eine Bombe sozusagen frei Haus geliefert, mit der er seinen Vater in die Luft jagen soll. Dieser selbstgewählte und nicht stornierbare Auftrag, vor dem er immer größere Angst hat, macht aus ihm einen angstgequälten Menschen, der weder ein noch aus weiß, zumal er sich irgendwann so dumm anstellt, dass die Bombe zu ticken beginnt. Gleichzeitig beginnt allerdings auch eine gesellschaftliche Bombe zu ticken, weil der Sohn den Vater ungewollt mit rufschädigenden Eskapaden ins berufliche Abseits bringt. Aber was dann passiert, verrate ich hier nicht, denn Andrej Belyj kann das besser.

Fazit: Dieser Roman steht in der besten russischen Erzähltradition, ist aber stilistisch überraschend modern für seine Zeit, so dass man ihn auch heute noch mit Vergnügen lesen kann. Die Intrige steht dem Stadtportrait in keiner Weise nach.

[hrh 25.08.13]

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I n f o r m a t i o n   /   K a u f
Andrej Belyj, Petersburg

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Bitow, Andrej

Andrej Bitow wurde 1937 in Leningrad (heute Petersburg) geboren. Nach seinem Geologiestudium arbeitete er zunächst als Geologe, begann dann aber (1959) schriftstellerische Tätigkeiten und wurde 1965 Mitglied des sowjetischen Schriftstellerverbands.Er gilt als wichtiger Vertreter der literarischen Postmodernen. In der Sowjetunion waren seine Werke lange Zeit verboten.

Mehr zum Autor bietet die dt. Wikipedia unter Andrei Georgijewitsch Bitow.

Zur Werkübersicht bei amazon.de/at: Andrej Bitow.

   

Andrej Bitow, Das Puschkinhaus

Roman, gelesen auf Deutsch. Originaltitel: Пушкинский дом (Puschkinskij dom, gleichbedeutend mit dem deutschen Titel).

Dieser Roman gibt mit seinem Titel nur vor, das so genannte Puschkinhaus zum alleinigen Thema zu haben. In Wirklichkeit erzählt er vor allem das Leben, die Seelenqualen und das (Nicht-)Wirken eines gewissen Ljowa, wozu auch dessen sich teilweise überlappenden Liebesaffären und die ständige Auseinandersetzung mit seinem ohnmächtig übermächtigen Freund und Feind Mitischatjew gehören.

Aber auch das ist nicht alles, denn die herausragenden Größen der russischen Literatur sind ständig präsent – als literarische Vorbilder, Quellen oder Objekte der Kritik. So begegnet man auf Schritt und Tritt Alexander Sergejewitsch Puschkin (1799 – 1837), Fjodor Iwanowitsch Tjuttschew (1803 - 1873) Michail Jurjewitsch Lermontow (1814–1841) Fjodor Michailowitsch Dostojewski (1821 - 1881), Lew Nikolajewitsch Tolstoi (1828 - 1910), Anton Pawlowitsch Tschechow (1860 – 1904), Fjodor Sologub (1863 - 1927), und Alexander Alexandrowitsch Blok (1880 - 1921).

Bitow bekennt sich gleich zu Beginn zum Plagiat, zu vielfältigen Anleihen an die genannten Vorbilder. Selbst den Namen Ljowa seines Romanhelden verdankt er Lew Nikolajewitsch Tolstoi, denn Ljowa ist ein Kosename für Lew.

Auch das Verhältnis des Autors zu seinen Helden wird immer wieder diskutiert (Was darf ein Autor seinem Helden antun, und was nicht?), und zu Verlauf und Ende der Handlung werden mehrere Varianten durchgespielt, so dass die literarischen Auseinandersetzungen streckenweise die Handlung des Romans in den Hintergrund drängen.

Ljowas Liebschaften Albina, Ljubascha und die unvermeidliche Faina bringen Farbe und variantenreiche Komplikationen in dessen Leben und in Bitows Roman.

Der tödliche Showdown findet schließlich an Ljowas Arbeitsplatz in den Museumsräumen des Puschkinhauses statt – oder auch nicht, denn auch das ist vielleicht nur Version oder Variante eines zu diskutierenden Ausgangs. Nur eines steht fest: Der Wind –, der Sturm der russischen (Literatur-)Geschichte? – fegt durch die Straßen und über die Plätze der Stadt Leningrad...

Fazit: Für Andrej Bitow ist die Handlung des Puschkinhaus-Romans keine Selbstzweck, sondern ein Anstoß zur literarischen Diskussion. Das freut den Liebhaber russischer Literatur und stört den Action-Fan, denn der Fortgang der Handlung wird immer wieder unterbrochen, in Frage gestellt, diskutiert. Einige Anspielungen auf die russische (Literatur-)Geschichte mögen manchem Leser Schwierigkeiten bereiten, weil ihm die nötigen Kenntnisse und Neigungen fehlen. Allen anderen kann ich das Buch nur empfehlen.

[hrh 13.03.16]

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Andrej Bitow, Das Puschkinhaus

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Donzowa, Darja

Darja Donzowa wurde 1952 in Moskau geboren. Sie unterrichtet Deutsch und Französisch.

Mehr zur Autorin bietet die dt. Wikipedia unter Darja Donzowa.

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Darja Donzowa, Ein Hauch von Winter

Kriminalroman, gelesen auf Deutsch. Ausgezeichnet mit dem russischen Publikumspreis. Originaltitel: Несекретные материалы (Nesekretnye Materialy = Nicht geheime Materialien).

Diesen fulminanten Krimi von rund 400 Seiten habe ich in persönlicher Rekordzeit verschlungen, und manche Szenen daraus bringen mich auch im Nachhinein immer wieder zum Schmunzeln. Die Handlung hält einen in Atem bis zum Ende, und die persönlichen Katastrophen und Kataströphchen der Ich-Erzählerin, Privatdetektivin und anderer Darja wandeln dank ihrer chaotischen russisch-französischen Großfamilie stets auf dem schmalen Grat zwischen russischem Schelmenroman à la Ilf und Petrow und beklemmender Nähe zur oft haarsträubenden Realität des modernen Moskau.

In diesem Buch erfährt man viel über das Moskau nach dem Untergang des real existierenden Kommunismus in Russland, über die veränderten Lebensbedingungen der Armen und der Reichen, über die neuen sozialen Verwerfungen, über die neue Kriminalität, die „neuen Russen” und ihre maffiösen Machenschaften, über Hunger und Elend der vom Kapitalismus Überrollten, über brutal-naive neue Wege des Geschäftemachens und über die lächerliche bis kriminelle Rolle der Westler bei diesem Spiel um alles oder nichts.

Nur ein Krimi? Wer etwas zwischen den Zeilen liest, wird die politische und soziale Anklage nicht übersehen. Und das juristische Nachspiel erinnert an so manchen Roman von Donna Leon, in dem Commissario Brunetti sich verzweifelt fragt, ob es überhaupt etwas bringt, weiter gegen das Verbrechen anzukämpfen... Mit Donna Leon verbindet Darja Donzowa übrigens eine gewisse Humanität, ein Sinn für das Menschliche und das Familiäre, die auch die Schilderung grauenhafter Dinge für den Leser bzw. die Leserin erträglich macht.

Aktuelles zum Thema

Dass Darja Donzowa die in ihrem Buch beschriebenen Verrücktheiten der blasierten Reichen nicht aus der Luft gegriffen hat, konnte man in der Süddeutschen Zeitung vom 22./23.03.03 in einem Artikel von Alexander von Schönburg unter dem Titel Leitfaden für stilvolles Verarmen nachlesen:

„Sergej Knyaschev, ein ehemaliger Psychologie-Professor, bietet in Moskau Abenteuer-Spiele für Superreiche. Sein neuestes Angebot, für das ihm die übersättigten Moskauer Millionäre die Türe einrennen: Für 2000 Euro wird man mit dem authentischen Geruch von Urin und verfaultem Obst benetzt, erhält eine Obdachlosen-Bekleidung und einen Bettelplatz in einer zentralen U-Bahn-Station. Nach zwei Stunden dann waschen die Teilnehmer sich und feiern in einem teuren Restaurant den Sieger. Gewonnen hat, wer am meisten erbettelt hat. So langweilig ist den Reichen von heute.”

Sprachliche Hinweise

Der russische Originaltitel bedeutet „Nichtgeheime Materialien”; man könnte auch sagen „Öffentlich zugängliche Materialien”. Das klingt fast wie eine Vorausverteidigung gegen den Vorwurf, mit diesem Buch Geheimnisverrat begangen zu haben. Der fast poetische deutsche Titel spielt darauf an, dass die Handlung zu Beginn des Moskauer Winters spielt. Vielleicht hat man aber auch an den kommenden gesellschaftlich-politischen „Winter” gedacht, der sich ebenfalls ankündigt. Für manche Leute jedenfalls...

Leider hat die Übersetzerin Judith Elze bei der Umsetzung der russischen Vor- und Kosenamen keine durchgängige Systematik beachtet, so dass das bekannte Spiel mit ein-, zwei-, drei-stufigen Verkleinerungen zum Ausdruck gefühlsmäßiger oder familiärer Bindung für deutsche LeserInnen noch etwas undurchsichtiger geworden ist. Dies habe ich zum Anlass genommen, eine Liste der im Buch vorkommenden russischen Kosenamen und einiger mehr als Lesehilfe anzubieten.

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Darja Donzowa, Ein Hauch von Winter

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Ilf, Ilja und Petrow, Jewgeni

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Ilf und Petrow, Zwölf Stühle

Roman. Gelesen auf Französisch (Les douze chaises).

Was soll man tun, wenn zwölf alte Stühle vom Trödler verscherbelt werden und sich dann herausstellt, dass darin irgendwo ein Schatz versteckt ist?

Diese Gemeinschaftsarbeit der beiden Schriftsteller gibt darauf eine der möglichen Antworten, die sehr lustig und sehr spannend, aber für die handelnden Personen oft nervenaufreibend bis lebensgefählich ausfällt. Denn die Stühle werden natürlich auf abenteuerlichen Wegen über ganz Russland verstreut und der „große Kombinator” Ostap Bender, ein hochstapelnder, sympathischer kleiner Gauner, ist ihnen immer auf der Fährte. Zusammenstöße mit verschiedensten mehr als russischen Personen und Institutionen sind da unvermeidlich, immer vor dem Hintergrund unterschiedlichster russischer Landschaften.

Die Russen haben sich bei ersten Erscheinen des Romans (1928) sofort wiedererkannt und beim Lesen immer wieder so über sich selbst lachen müssen, dass das Buch in Russland von damals bis heute stets in Rekordauflagen nachgedruckt werden musste.

Auch der deutsche Leser, der die kleinen und großen Schwächen unserer östlichen Nachbarn kennt und sie dennoch mag, wird das Buch mit Genuss lesen und viel schmunzeln oder auch lachen. Mir ging es jedenfalls so.

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Ilf und Petrow, Zwölf Stühle

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Ilf und Petrow, Das goldene Kalb

Roman. Gelesen auf Deutsch.

Dieses zweite und letzte Gemeinschaftswerk der beiden Autoren schwimmt auf der gleichen Welle wie Die zwölf Stühle (s.o.). Der „große Kombinator” ist wieder dabei, wenn eine Bande skurriler Existenzen sich als Söhne eines berühmten Revolutionshelden ausgeben und eine abenteuerliche Jagd nach einer Million fremder Rubel beginnt.

Auch hier geht es wieder über Stock und Stein quer durch das riesige Russland, und man kann sich tot lachen bei all den Begegnungen mit Ausgeburten der russischen Gesellschaft der 30er Jahre, die in ihren allgemein menschlich-russischen Zügen auch später noch zu finden waren (und sind)...

Um einem Irrtum vorzugreifen: Auch wenn man die Zwölf Stühle gelesen hat, wirkt dieser zweite Roman NICHT wie ein zweiter Aufguss, sondern hat seinen eigenen Wert. Ich habe mich auch hier köstlich amüsiert.

Info / Kauf: Antiquariat.

Für Russischlernende, die Englisch können, gibt es eine englische Ausgabe mit dem russischen Text samt Wortakzenten und Übungen:

The Golden Calf, Zolotoi Telenok : An Annotated, Accented Reader With Exercises

Ich kann leider keinen Kommentar dazu abgeben, da ich diese Ausgabe nicht selbst angeschaut habe. Ich wäre dankbar für jeden sachdienlichen Hinweis, den ich dann natürlich hier veröffentlichen werde. Klicken Sie hier.

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Ilf und Petrow, Das goldene Kalb

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Kurkow, Andrej

Andrej Kurkow ist zwar Ukrainer, aber er schreibt auf Russisch. Daher gehört er für uns zur russischen Literatur. Mit schmunzelnd-scharfem Blick beschreibt er in seinen Romanen verschiedenste Lebenslagen in der postsowjetischen Gesellschaft, die er gern ins Surreale oder gar Absurde überdreht.

Näheres zum Autor siehe Andrei Jurjewitsch Kurkow.

Werkübersicht bei amazon.de/at: Andrej Kurkow.

     

Andrej Kurkow, Ein Freund des Verblichenen

Roman, gelesen auf Deutsch in der Übersetzung von Christa Vogel. Russischer Originaltitel: Милый друг, товарищ покойника (Milyj drug, tovarišč pokojnika, Ein lieber Freund, ein Genosse des Verstorbenen).

Der Ich-Erzähler hat das Leben satt, denn er ist rundum erfolglos, und seine Frau, die schon eine Weile regelmäßig fremdgeht, verlässt ihn. Was tun? Da verfällt er auf die Idee, dass er durch einen medienwirksamen Abgang für eine dauernde rühmliche Erinnerung an seine Person sorgen könnte. Nach eingehender Prüfung seiner Möglichkeiten beauftragt er schließlich über einen Freund einen Killer damit, den angeblichen Liebhaber seiner Frau zu ermorden, und übergibt zwecks Erkennung des anvisierten Opfers eine Aufstellung seiner eigenen Lebensgewohnheiten und sein eigenes Foto. Er braucht also nur noch zu warten, dass der Killer seine Arbeit tut.

Dummerweise geht dann alles schief. Der Killer verpasst mehrere mögliche Treffen, und zugleich treten mehrere, natürlich amouröse Ereignisse ein, die dem Ich-Erzähler wieder Lust am Weiterleben machen. Aber der Killer ist unterwegs, und ein Kontakt kann nicht mehr hergestellt werden. Mit Hilfe seines treuen Freundes und Saufkumpans beginnt das bestellte Mordopfer einen skurrilen Kampf ums Überleben, der über viele Stolpersteine zu einem überraschenden, eben kurkowschen Ausgang führt. Mehr will ich hier nicht verraten.

Fazit: Ein lesenswerter, mörderisch unterhaltsamer Nicht-Krimi der besonderen, eher nachdenklichen Art, nichts für Actionfreaks. Wegen der Kürze der Kapitel hervorragend als entspannende Lektüre in öffentlichen Verkehrsmitteln geeignet.

Die Übersetzung von Christa Vogel ist genauso schnörkellos wie vermutlich auch der Originaltext. Es passt alles.

[hrh 19.10.10]

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Andrej Kurkow, Ein Freund des Verblichenen

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Andrej Kurkow, Herbstfeuer

Kurzgeschichten. Gelesen auf Deutsch in der Übersetzung von Angelika Schneider. Russischer Originaltitel: [Entfällt, da Sammelband als deutsche Erstausgabe].

Auch nach dem Zusammenbruch des Sowjetreiches gibt es sie noch, die großen russischen Geschichtenerzähler! Und Andrej Kurkow ist einer von ihnen! Mit viel Skepsis war ich an die Lektüre dieses Sammelbändchens gegangen, weil ich mir nicht wirklich vorstellen konnte, dass ein Vertreter der jungen russischen Literatur in die Fußstapfen seiner großen Vorbilder zu treten in der Lage war, ohne darin zu ertrinken. Und ich wurde positiv enttäuscht, denn Kurkow kann das!

Die in dem Bändchen angebotenen acht Geschichten spielen in der Ukraine nach Tschernobyl und nach der großen politischen Wende und lassen keinen Zweifel daran aufkommen, dass das Vergangene zwar vergangen, aber immer noch zitierfähig ist. Und wenn Kurkow „ich“ sagt, heißt das noch lange nicht, dass das er selbst ist...

Die Geschichten führen den Leser durch verschiedene Gemütsverfassungen und geben sich mal eher modern und skurril, mal eher traditionell und gediegen; ihr manchmal durchschimmernder Humor ist ebenso diskret wie ihr Flirt mit der übernatürlichen Welt (nicht zu vergleichen mit dem brutalen Eingreifen der übernatürlichen Kräfte bei Michail Bulgakow). Und die unendliche Weite der ukrainischen Landschaft ist immer zum Greifen nah.

Fazit: Mir haben diese Geschichten gefallen. Sie sind lang genug, um einem das Eintauchen in die Handlung zu gestatten, aber auch kurz und strukturiert genug, um als Lektüre zwischendurch oder bei der S-Bahn-Fahrt zur Arbeit hergenommen werden zu können.

Die Übersetzung von Angelika Schneider liest sich insgesamt gut, wenn ich auch an einigen Ausdrücke angeeckt bin.

[hrh 07.02.10]

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Andrej Kurkow, Herbstfeuer

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Andrej Kurkow, Die letzte Liebe des Präsidenten

Roman. Gelesen auf Deutsch in der Übersetzung von Sabine Grebing. Russischer Originaltitel: Poslednjaja ljubov presidenta (gleichbedeutend mit dem deutschen Titel).

Der als Autobiografie des (fiktiven) postkommunistischen ukrainischen Präsidenten Sergej Pawlowitsch Bunin konzipierte Roman führt auf vielen verschiedenen Ebenen in das reale Leben der heutigen Ukrainer ein, denn der Ich-Erzähler durchläuft viele soziale Etappen vom armseligen Halbwaisen über den Null-Bock-Halbwüchsigen und den in merkwürdige Geschäfte verwickelten Möchte-gern-Manager bis zur (fragwürdigen) Präsidentenwürde. Ganz nebenbei spießt Kurkow/Bunin so manche Eigenheiten des Lebens zwischen altkommunistischen Seilschaften, Moskau-hörigen Opportunisten und im Whiskey ertrinkenden Geschäftemachern auf. Er vergisst auch nicht die in Wodka ertrinkende Normalbevölkerung.

Im Gegensatz zu der oft bitterbösen russischen Satire der vorkommunistischen und kommunistischen Zarenzeit muss man bei Kurkows Präsidentenroman oft genau hinlesen, um die feinen Untertöne seines kritischen Humors mitzubekommen. Das zeugt einerseits von der Feinfühligkeit des Autors und andererseits vom allmählichen Weichen des politischen Drucks in der ukrainischen Gesellschaft. Alles ist in die menschlich-allzu menschliche Lebensgeschichte des S. P. Bunin und der vielen ihm begegnenden Mitmenschen eingebettet, aber die „soziale Exotik” ergibt sich für den westlichen Leser ganz von selbt durch ein weites Panoptikum von Gestalten, das von der Mitte bis zu den oberen und unteren Rändern der neu-alten ukrainischen Gesellschaft reicht.

Die berüchtigte sozialistische „Gemeinschaftswohnung” mit ihrer übervölkerten Enge und den bekannten Konfliktherden Bett, Küche und Bad trägt natürlich immer noch eine gute Portion humorigen bis tragischen Lesestoffs bei. Die „staatstragende” Rolle der orthodoxen Kirche bekommt ebenso ihr Fett ab wie die krampfhaften Versuche der römisch-katholischen Kirche, mit Hilfe fragwürdiger Allianzen in der Ukraine verloren geglaubtes Terrain wiederzugewinnen. Auch einfühlsame Einblicke in und indirekte Sticheleien über die Lage der Juden in der Ukraine und anderswo kann sich Kurkow nicht verkneifen. Kurkow enthält sich jedoch jeder persönlichen Einmischung und jedes Kommentars und überlässt die Bühne vollständig seinen Romanfiguren. Das ist wohltuend.

Dank eines reichhaltigen, komplexen, ja komplizierten und zeitweise tragischen Liebes- und Familienlebens sowie der sehr menschlichen Psyche des S. P. Bunin kommen auch die großen Gefühle nicht zu kurz, die dem Leser gut dosiert und in fast unmerklichem Crescendo angeboten werden.

Dieser Roman ist allerdings nichts für absolute Action-Freaks, denn er hat eher die epische Weite einer Familiensaga. Trotz aller menschlicher Verwicklungen nehmen die Ereignisse erst in der zweiten Hälfte des knapp 700 Seiten starken Buchs wirklich eine schnellere Gangart an, um sich schließlich in einem überraschenden Finale aufzulösen. Kurkow war sich anscheinend des Problems bewusst, denn er hat Bunins Lebensgeschichte in kurze Kapitel aufgeteilt, die er in raffinierter Weise so arrangiert, dass sich mehrere Zeitschienen ergeben, zwischen denen der Leser hin- und hergeführt wird. Jedes Kapitel beginnt daher mit einer kurzen Orts- und Zeitangabe, um dem Leser die Orientierung zu erleichtern. Ein banaler Tipp: Wegen der Kürze der Kapitel eignet sich das Buch gut als U- und S-Bahn-Lektüre.

Wer oder was nun eigentlich die letzte Liebe des Präsidenten war, erfährt der Leser wie in einem guten Krimi erst zum Schluss, und ich werde einen Teufel tun, es Ihnen hier zu verraten!

Zum „Reinschnuppern” gibt es übrigens in unserer Zitatensammlung für Quer- und Geradeausdenker zwei neue Einträge: Chaos in der Ukraine und Leben und Tod.

Nachtrag

Man sollte die Realitätsnähe dieses Romans nicht unterschätzen, selbst bei Dingen, die einem zunächst unwahrscheinlich vorkommen. Beispiel: Die von Kurkow mehrfach genannten Bestrebungen zur Heiligsprechung des Diktators Josef Stalin scheint es wirklich zu geben. Jedenfalls meint das die Süddeutsche Zeitung. Näheres siehe Heiliger Josef.

[hrh 27.08.08]

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Andrej Kurkow, Die letzte Liebe des Präsidenten

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Andrej Kurkow, Picknick auf dem Eis

Roman. Gelesen auf Deutsch in der Übersetzung von Christa Vogel. Russischer Originaltitel: Smert' postoronnego (Tod eines Fremden).

Diese locker leicht dahingeschriebene Geschichte eines arbeitslosen Journalisten, der eine ungeahnte Karriere als Schreiber von Nachrufen auf dann auch bald sterbende Politgrößen der postkommunistischen Ukraine macht, ist ein Höhepunkt der neueren russischen Erzählliteratur. Zugleich steht sie in der großen Tradition der russischen politischen und gesellschaftlichen Satire, aber sie ist viel heimtückischer als ihre Vorgänger. Denn (fast) nichts wird satirisch übertrieben. Als ganz selbstverständlich werden Zustände und Ereignisse geschildert, die aus sich selbst heraus wie eine Satire wirken, obwohl sie nichts als die neue gesellschaftliche Wirklichkeit darstellen. Dazu gehört der Dollar als ukrainische De-facto-Währung genau so wie der Zusammenbruch der (dollar-losen) medizinischen Versorgung und die Verteilung der Zootiere von der mittellosen Zooverwaltung an die großenteils genauso mittellose Bevölkerung. Immerhin kommt der Journalist auf diese Weise zu einem Pinguin als Haustier, was Ursache einiger nicht immer nur lustiger Ereignisse ist (und nebenbei den deutschen Titel abgibt).

Dass seine von ihm ungewollt mörderische Nekrologie-Karriere nicht ewig gut gehen kann, ahnt auch der Journalist recht bald. Aber Aufhören wäre selbstmörderisch. Weitermachen allerdings auch... Was tun?

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Andrej Kurkow, Picknick auf dem Eis

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Kuwajew, Oleg

Oleg Kuwajew (1934 - 75) studierte am Geologischen Institut in Moskau und arbeitete dann als Geologe in Nordsibirien (Tschuktschen-Halbinsel, Kolyma) und der Arktis. Als Buchautor wurde er vor allem durch seinen späten Roman Goldsucher bekannt.

Zur Werkübersicht bei amazon.de/at: Oleg Kuwajew.

     

Oleg Kuwajew, Goldsucher

Roman, gelesen auf Deutsch. Originaltitel: Territorija (Territorium).

In diesem Roman verarbeitet Kuwajew ganz offensichtlich eigene Erlebnisse und Erfahrungen aus seiner Arbeit in Nordsibirien. Er weiß also genau, wovon er redet, und er liebt dieses Land, in dem trotz seiner unbeschreiblichen Schönheit nur starke Naturen überleben können. Dies spürt man in jeder Zeile seines Buches. Nicht umsonst hat er seinen Roman nach den Jahreszeiten eingeteilt.

Vor allem starke Männer prägen das Geschehen. Nicht zu bändigende Kerle, die - mit oder ohne entsprechende Ausbildung, mit nicht immer klarer Vergangenheit, aber mit Lernwille und Durchsetzungskraft - bis zum Umfallen (oder zum Tod) nach allem schürfen, was die Staatskasse füllen kann, vor allem aber nach Gold.

Das klingt hier stark nach sozialistischem Realismus und langweiliger Linientreue, doch bringt Kuwajew es fertig, bei allem Hochhalten des Wertes der Arbeit für die Menschen einen spannenden Roman zu schreiben, in dem Einzelschicksale, außerordentliche Charaktere, Machtkämpfe, Abenteuer, Unglücke, menschliche Fehler und Vergehen sowie die überwältigende Natur die Hauptrollen spielen. In Nordsibirien war Moskau fern und auch der kommunistische Zar war weit. Wer in dieser Umwelt auf Direktiven aus Moskau wartete, um sich linientreu auf Goldsuche zu begeben, der überlebte nicht lange. Eigeninitiative war gefragt, und die gab es laut Kuwajew reichlich.

Natürlich verdeckt das Hochhalten der Eigeninitiative, des Pioniergeistes und des Erfindungsreichtums die ständige sowjetische Mangelwirtschaft; natürlich kommt die „Verwaltung” des Sewerstroj - dieses Staatsunternehmens zur Ausbeutung der nordsibirischen Bodenschätze, das fast ein Staat im Staat war, bis es zerlegt wurde - sicher zu gut weg; natürlich ist es erstaunlich, wie reibungslos die vielen geschäftlichen und privaten Heim- oder Moskau-Flüge der Goldsucher genehmigt oder ohne Genehmigung durchgeführt wurden; natürlich wird der in Sibirien reichlich vertretene Gulag mit keinem Wort erwähnt; natürlich ... Aber vergessen wir nicht, dass Kuwajew eine schwierige Gratwanderung zwischen Linientreue und Wirklichkeit unternehmen musste, um sein Buch überhaupt verlegt zu bekommen. Dazu musste er einige Zugeständnisse an die politische Führung machen. Und vergessen wir nicht, dass auch westliche Bücher nicht immer ehrlicher sind.

Fazit: Trotz der politischen Zugeständnisse hat Kuwajew es geschafft, einen spannenden Bericht von der Arbeit der Gold- und Zinnsucher in Nordsibirien zu schreiben, der auch heute noch mit literarischem Genuss gelesen werden kann.

Deutsche Übersetzung: Die Übersetzung von Ruprecht Willnow ist etwas holprig und mit einigen persönlichen Eigenheiten durchsetzt, an die man sich aber gewöhnen kann. Sein Hauptverdienst liegt darin, den besonderen Berufsjargon und die Fachbegriffe der Geologie und der Goldsuche ins Deutsche übertragen zu haben.

[hrh 19.06.08]

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Oleg Kuwajew, Goldsucher

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Lipatow, Wil

Wil Lipatow (1927 - 1979) stammt aus Tschita (Ostsibirien), reiste als Journalist viel durch Sibirien und schrieb ab 1956 Erzählungen und Romane.

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Wil Lipatow, Wanjuschka Mursins mörderische Liebe

Roman. Gelesen auf Deutsch.

Dies ist die Geschichte der unglücklichen und unglückbringenden Liebe des Elitetraktoristen Iwan Mursin, Sohn einer „;berühmten Kälbermästerin”, zu der arbeitsscheuen und verdorbenen Ljubka (ljubow = Liebe). Ich kann mir nach dem, was ich gelesen habe, leicht vorstelle, wie die Geschichte ausgeht, aber um es gleich zu sagen: Auf Seite 44 war meine Geduld mit dem Buch am Ende.

In den schlimmsten Zeiten des kommunistischen Regimes hat es russische Autoren gegeben, die trotz aller Hirnwäsche und Zensur Weltliteratur hervorgebracht haben. Doch dieses inhaltlich wie sprachlich wie stilistisch total dem langweiligstmöglichen sozialistischen Realimus verfallene Machwerk von Lipatow kann man nur noch als abschreckendes Beispiel oder aus Gründen der Literaturgeschichtsschreibung lesen.

Das Buch scheint in einer Zeit entstanden zu sein, in der das sowjetische Regime versuchte, eine „sibirische Literatur” auf die Beine zu stellen.

Die deutsche Übersetzung von Günter Jäniche ist ebenfalls nicht berückend, aber auch das kann zeitbedingt sein.

[hrh 05.04.08]

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Wil Lipatow, Wanjuschka Mursins mörderische Liebe

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Makanin, Vladimir

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Vladimir Makanin, Schönes Mädchen mit den grauen Augen

Roman. Gelesen auf Deutsch. Russischer Originaltitel: Na pierwom dychaniji.

Dieser heitere Roman lebt wie viele seiner großen Vorbilder von den kleinen und großen Schwächen der eher kleinen Leute in Moskau. Neben der bewegten Liebesgeschichte des Ingenieurs aus der Steppe zur den deutschen Titel ergebenden jungen Galjka lernt man so manche Sumpfblüte, pardon: Stützen, der Gesellschaft kennen.

Nette U- oder S-Bahnlektüre für Pendler! Außer dass immer jemand mitlesen wird...

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Vladimir Makanin, Schönes Mädchen mit den grauen Augen

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Mandelstam, Ossip

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Ossip Mandelstam, Mitternacht in Moskau

Gedichte. Bisher nur teilweise gelesen auf Deutsch und Russisch.

Ich weiß nicht, wie es anderen geht, aber an diesen Gedichten beiße ich mir im Moment die Zähne aus. Liegt es an mir? An der zeitlichen Distanz? Am Stil? An den Themen?

Anders gesagt: Ich arbeite noch dran.

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Ossip Mandelstam, Mitternacht in Moskau

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Nurowska, Maria

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Maria Nurowska, Ehespiele

Roman, gelesen auf Deutsch.

Eine polnische Schriftstellerin hat ihren Mann getötet und kommt zu einer hohen Haftstrafe ins Gefängnis. Dort versucht sie Bilanz zu ziehen und ihr Leben wie auch ihre abrupt beendete Ehe neu zu verstehen. Doch die äußeren Umstände im Gefängnis sind nicht immer eine Hilfe. Das gilt für die brutale „Hackordnung” unter den gefangenen Frauen, in der auch gleichgeschlechtliche Vergewaltigungen zum „Programm” gehören, genau so wie für die ambivalente Beziehung, die sich zwischen der Schriftstellerin und der Wärterin zu entwickeln scheint...

Trotz der teilweise drastischen Schilderung der Vergewaltigungen hat mir das Buch gut gefallen. Vor allem die Ambivalenz und schleichende Entwicklung der Wärterinnenbeziehung mit ihrem überaschenden Ende entwickelt eine sich allmählich steigernde Spannung.

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Maria Nurowska, Ehespiele

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Maria Nurowska, Postscriptum für Anna und Miriam

Roman. Gelesen auf Deutsch.

Anna ist Polin und hat sowohl ihr Land als auch ihren sterbenden Vater verlassen, um in Westdeutschland ein neues Leben zu beginnen. Aus dem Tagebuch ihres Vaters erfährt sie jedoch, dass sie in Wirklichkeit Miriam heißt und als kleines Mädchen von dem Mann, den sie immer für ihren Vater gehalten hat, aus dem Inferno des Warschauer Ghettos gerettet und großgezogen worden ist. An diesem Zwiespalt ihrer Persönlichkeit zerbricht sie und begeht trotz aller Rettungsversuche eines deutschen Journalisten Selbstmord.

Die Geschichte ist natürlich bedrückend, aber auf jeden Fall lesenswert. Sie gehört mit zur notwendigen Auseinandersetzung mit der jüngeren deutschen Vergangenheit.

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Paustowskij, Konstantin

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Zu Konstantin Paustowskij siehe auch (Auto-)Biografien und Erinnerungen.

     

Konstantin Paustowskij, Das Sternbild der Jagdhunde

Ausgewählte Erzählungen. Gelesen auf Deutsch.

Paustowski ist kein moderner Schriftsteller. Er wurde schon als „der letzte russische Klassiker aus der Schule Turgenjews” bezeichnet (Klappentext der hier besprochenen Ausgabe). Alle seine Geschichten haben die Patina ihres Alters, aber wer Autoren schätzt, die in der großen russischen Erzähltradition stehen, wird auch diese Geschichten mögen, genau wie es mir ergangen ist.

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Konstantin Paustowskij, Das Sternbild der Jagdhunde

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Petrow, Jewgeni: siehe Ilf, Ilja und Petrow, Jewgeni.

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Platowa, Viktorija

Viktorija Platowa ist Absolventin des Moskauer Filinstituts, hat in verschiedenen Studios als Szenaristin gearbeitet und macht in Russland gerade eine steile Karriere als millionenschwere Krimi-Bestsellerin.

Zur Werkübersicht bei amazon.de/at: Viktorija Platowa.

     

Viktorija Platowa, Die Frau mit dem Engelsgesicht

Kriminalroman. Gelesen auf Deutsch. Russischer Originaltitel: В тихом омуте (W tichom omute [In stillem, tiefem Wasser]); das ist der Anfang der russischen Redewendung В тихом омуте черти водятся (W tichom omute tscherti wodjatsa [wörtlich: Im stillen, tiefen Wasser gibt es Teufel]), was man am besten übersetzt mit „Stille Wasser gründen tief”. Als Übersetzung des russischen Titels hätte man daher diesem Roman den Titel „Stille Wasser” geben können, um die Anspielung auf die entsprechende deutsche Redewendung zu erhalten.

Eine graue Maus der Moskauer Filmhochschule, die sich mit Drehbüchern für Porno-Filme ganz gut über Wasser hält, bekommt unangemeldeten Besuch, erstens von einem früheren Kommilitonen, der völlig verstört von Porno-Dreharbeiten in Griechenland zurückkehrt, und zweitens von einer ihr unbekannten, dynamischen jungen Frau, die unbedingt ihre Bekanntschaft machen, mit ihr zusammenarbeiten, ja, sich ihr angleichen will. Und dann sind die beiden Besucher auf einmal tot, ermordet. Über das Tagebuch und eine Video-Kassette des Ex-Kommilitonen erfährt die graue Maus, dass ihre eigenen, harten Drehbücher in Griechenland in die Realität übersetzt worden sind, was die Ermordung aller Statisten vor laufender Kamera bedeutet. Da schlüpft die graue Maus in die Rolle der selbstsicheren, aber ermordeten jungen Unbekannten und wandelt sich nach und nach zum einsamen Rächer an all den in die kriminelle Porno-Produktion Personen. Das treibt die Anzahl der Getöteten sehr bald stark in die Höhe, aber erleichtert kaum das Gewissen der Rächerin, die alle Attentatsversuche überlebt.

Dieser Kampf ums Überleben und der Versuch der Gewissensberuhigung durch Rache treibt die Handlung des Romans genauso voran wie das James-Bond-hafte Sexualleben der Heldin; alles wird im Übrigen geschildert als ein Art persönlicher Beichte.

Alle Register des modernen Krimis (vielleicht sogar einige zuviel) werden gezogen, um die komplizierte Intrige spannend, sexy und gefühlvoll zu gestalten. Das Problem: Wenn zu viele Zufälle und zu viele Kehrtwendungen der Ereignisse aufeinanderfolgen, leidet die Spannung.

Man kann den Roman unter verschiedenen Blickwinkeln lesen:

  • Als moderne junge Frau freut man sich tierisch darüber, dass da eine graue Maus (wie die man sich selbst vielleicht fühlt) mal all den Machos heftig an den Sack bzw. ans Leben geht. Die auf dem Buchrücken abgedruckte Lobeshymne der Russian Web Girls spricht da Bände. Beim Lesen hatte ich immer das Gefühl, dass vor allem dieser Leserkreis im Blick der Autorin war. Aber Irren ist männlich...
  • Als moderner Macho genießt man es, dass die Maus letztlich doch nur Liebe will und ohne männliche Hilfe nie überlebt hätte.
  • Als angehender Frauenversteher folgt man freudig den tiefen Einblicken, die einem die Ich-Erzählerin in ihr Seelen- und Liebesleben gewährt.
  • Als kritischer Geist freut man sich besonders über die Stellen, in denen eine gewisse ironische Selbstbetrachtung der Heldin und vielleicht auch der Autorin aufblitzt.
  • Wer vieles bringt, wird manchem etwas bringen...

    Fazit: Wer mit mindestens einer der genannten Les-Arten liebäugelt und vielleicht auch öfter U-Bahn fährt oder im Bett liest, wird den Roman mögen.

    Die deutsche Übersetzung von Olga Kouvchinnikova und Ingolf Hoppmann liest sich gut. Sie scheint auch den Spagat zwischen gepflegter Hochsprache und saloppem Filmschaffendenjargon zu meistern. Ein paar Anm.d.Ü. mehr hätten aber gut getan.

    Ein Wort zu Lektorat und Satz: In der mir vorliegenden Ausgabe des Aufbau-Verlags wurde geschlampt. Es gibt jede Menge Tippfehler, auch eine kleinere Textlücke, Kommafehler und zweifelhafte Schreibweisen (z.B. häufige Verwechslung von das und dass).

    [hrh 31.03.08]

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    Viktorija Platowa, Die Frau mit dem Engelsgesicht

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    Viktorija Platowa, Das Blut des Leoparden

    Kriminalroman. Gelesen auf Deutsch. Russischer Originaltitel: Смерть на кончике хвоста (Smert' na kontschike chwosta [Der Tod am Ende der Warteschlange; freier übersetzt: Und letztendlich der Tod]).

    Als Natalja auf dem Heimweg eine verwahrloste Dobermannhündin vor ihrer Wohnung findet und sich deren Selbsteinladung zu Kost und Logis aus einer Mischung von Angst und Mitleid nicht widersetzen kann, ahnt sie natürlich nicht, dass sie damit mitten in einen höchst verzwickten Kriminalfall gerät. Ja, mit erstaunlicher Neugier und Naivität, gepaart mit einer guten Dosis Sozialneid und Selbstmitleid lässt sie sich auf der Suche nach der auf dem Halsband angegebenen Besitzerin des Hundes auf ein Verwirrspiel mit der Identität dieser Frau ein, das eigentlich nur schlimm enden kann (das kommt einem doch bekannt vor, siehe Die Frau mit dem Engelsgesicht). Immer tiefer verstrickt sich Natalja in den Kriminalfall, begegnet immer mehr Mordbeteiligten, aus einem Mord werden plötzlich zwei, die Polizei kommt immer näher auf Nataljas Spuren und vielleicht auch auf diejenigen der wahren Mörder. Diverse heikle Amouretten Nataljas und des Polizeikommissars lassen böse Intrigen ahnen. Das Ganze löst sich dann allerdings in einer Erklärungsorgie auf, die alle noch lebenden Beteiligten mit der Polizei zusammenführt, aber mehr verrate ich nicht...

    Fazit: Dieses Buch war für mich ein zweiter Versuch mit Viktoria Platowa. Er hat viele Eindrücke aus meiner ersten Platowa-Lektüre bestätigt, wenn auch mit einigen anderen Nuancen. Meines Erachtens schreibt Platowa auch mit diesem Roman für ein weibliches Publikum, dem sie schmunzelnd einen Spiegel vorhält. Immer wieder liebäugelt sie mit dem Zufall, nicht mit Kommissar Zufall, sondern mit Verwirrspieler Zufall. Sie kokettiert mit ihm genauso wie mit den angeblichen Regeln des Krimi-Schreibens. Letzteres gibt ihr Anlass für eine (eher blasse) Liebesgeschichte zwischen Natalja und einem berühmten Krimi-Autor. (Rührend ist dagegen die mit lebensechten Dialogen und etwas Situationskomik angereicherte schwärmerische Liebe der Nichte des Kommissars zu eben diesem Romanschreiber.) Diese Mischung ist für die geneigte Leserin gefällig, vermeidet jeden Schock und ist für die Autorin ein elastischer Kitt, mit dem sie notfalls Risse und Spalten der Intrige glätten kann. Das hat durchaus seinen Charme, wird aber härtere Kost gewohnte Krimi-Fans frustrieren.

    Die Stärken des Romans liegen in den Dialogen, d.h. hauptsächlich im Mittelteil des Buches. Sie wirken frisch und echt. Die Liebesszenen wirken meist diskret bis blass, wenn auch nicht ohne Witz und weibliche Selbstbelächelung. Die Anbetung der weiblichen Schönheit ist grenzenlos (bzw. grenzenlos klischeehaft), was durch das Model-Milieu motiviert sein mag, in dem sich mehrere Verdächtige bewegen.

    Die deutsche Übersetzung von Margret Fieseler liest sich sehr gut.

    [hrh 02.11.09]

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    Rybakow, Anatolij

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    Anatolij Rybakow, Die Kinder vom Arbat

    Roman. Gelesen auf Deutsch und teils auf Russisch.

    Dieses Buch erzählt vom Leben einer Gruppe junger Moskauer, die im Arbat-Viertel wohnen und aus politischen Gründen ihrer Lebensumgebung entrissen und über lange Jahre in den Gulag nach Sibirien verbannt werden.

    Was mich an diesem Roman am meisten beeindruckt hat, war einerseits, wie leicht man in der UdSSR damals vom Normalbürger zum Kriminellen gestempelt werden konnte, und andererseits, welche verschiedenen und für uns unvorstellbaren Formen der Gulag wegen der unendlichen Weite des Landes und der Brutalität des sibirischen Klimas annehmen konnte.

    Auch wenn dieser Roman von den Kritikern als literarisch weniger hervorragend eingestuft wird, ist er trotz seines schwierigen Themas angenehm zu lesen und stellt ein wichtiges Zeugnis für eine Epoche dar, die - so hoffen wir - nie wieder zurückkehren wird.

    Achtung:

    Der Roman Die Kinder vom Arbat ist der erste der sogenannten Arbat-Trilogie. Die Angaben der Verkäufer zu den einzelnen Bänden sind nicht immer sehr klar. Ich habe im Folgenden nach bestem Wissen und Gewissen Angaben zu der Bandaufteilung gemacht, aber Irrtümer sind möglich. Für den Fall, dass Sie solche bemerken, bitte ich um Nachricht. Vielen Dank!

    Fehlendes Nachwort des Autors:

    Die von mir gelesene deutsche Ausgabe (wohl der erste Band der Trilogie) endet mit der Ankündigung einer neuen Epoche voller Schwierigkeiten. Der Epilog, der in der entsprechenden russischen Ausgabe dann noch folgt, ist weggelassen. Dieses Nachwort habe ich für mich persönlich ins Deutsche übersetzt, um seinen Inhalt zu erfahren. Diese Übersetzung steht bis auf Widerruf in unseren Seiten für alle Interessierte zur Verfügung; siehe Anatolij Rybakow, Nachwort zu Die Kinder des Arbat.

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    Sadornow, Michail

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    Michail Sadornow, Land der Helden

    „Gewissermaßen Feuilletons”. Gelesen auf Deutsch.

    Diese Sammlung satirischer Erzählungen aus dem real existierenden Sowjetsystem liest man auch nach dem relativen Verfall desselben immer noch mit Vergnügen, denn da wird viel Allzumenschliches vorgeführt, das in geänderter Form auch Perestroika und Glasnost überdauert...

    Sadornow zieht hier alle Register von der beißenden Ironie bis zum Schmunzeln erregenden Wink, um seinen Lesern (und Zuschauern, denn er arbeitete auch für Fernsehen und Theater) und dem System seine Meinung zu sagen, nie in offener Konfrontation, sondern in gerade noch vom Regime geduldeter Symbolik, die jeder Betroffene versteht.

    Der Titel des Buches ist übrigens so zu verstehen, wie es Michail Schwanetzkij in der Titelsatire seines Buches Wir brauchen Helden! drastisch vor Augen führt: In diesem Land gibt es nur so viele Helden, weil so viele benötigt werden; wohl dem Land, das keine Helden braucht, weil das Leben auch ohne Heldentum gut abläuft!

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    Saltikow-Schtschedrin, Michail E.

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    Michail E. Saltikow-Schtschedrin, Geschichte einer Stadt

    Roman, auf Französsich gelesen.

    Während man diesen satirischen Roman liest, ist man immer wieder versucht, sein Erscheinungsdatum (1869-70) nachzuprüfen, denn man meint, es falsch im Gedächtnis behalten zu haben. In einer pseudo-historischen und mehr als burlesken Verkleidung, die dazu dient, die Zensur in die Irre zu führen und den Leser zu belustigen, sagt der Autor den Gouverneuren (und Zaren) seines Landes gehörig Bescheid - und nimmt dabei Ereignisse vorweg, die oft mehr als hundert Jahre nach seiner Zeit und bis in die heutige Zeit hinein stattfinden werden - mutatis mutandis natürlich.

    Die Geschichte der Stadt Glupow (Stadt der Blöden, nicht Schilda, das wäre zu harmlos) ist ein Delirium für die, deren Leben sie ist, und ein Vergnügen für die, die sie lesen...

    Da das Buch ein Panoptikum all der verqueren Charaktere bringt, in denen die Russen ihre kleinen und großen Schwächen wiedererkennen, hatte das Buch im eigenen Land einen entsprechenden, lang anhaltenden Erfolg - und sollte ihn auch bei uns haben.

    Speziell für Deutsche interessant: der Eindruck, den so manche deutschen Immigranten im damaligen Russland hinterlassen haben.

    Eine Nachwirkung:

    In seiner Geschichte (besser: seinem Kurzroman) Tarass Schewtschenko (erschienen im Sammelband Das Sternbild der Jagdhunde) sagt Konstantin Paustowski:

    „Das Buch Saltikow-Schtschedrins war für Schewtschenko die erste laute Stimme der in Rußland im Entstehen begriffenen revolutionären Demokratie.” (Seite 277)

    Man beachte, dass Paustowski, als er dies veröffentlichte, in eben dieser „revolutionären Demokratie” lebte und die Diktion entsprechend wählen musste. So folgt eine Zensur auf die andere. Sie könnte bei ihm allerdings eine innere Schere im Kopf sein, denn als Bürger seines Landes stand Paustowski durchaus zur Revolution, wenn man dies auch in vielen seiner Werke nicht oder kaum bemerkt.

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    Schwanetzkij, Michail

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    Michail Schwanetzkij, Wir brauchen Helden!

    Laut Untertitel „Unaktuelle Geschichten“. Gelesen auf Deutsch.

    Der Autor schlägt in die gleiche Kerbe wie Michail Sadornow und wurde damit laut Time Magazine von der eigenen Nation „zum unumstrittenen Komik-Laureaten von Glasnost erklärt“ (zitiert nach Klappentext der deutschen Ausgabe). Mit seiner sozialen Satire tritt er inzwischen in brechend vollen Sälen und vor einem sich tot lachenden Publikum auf und betreibt in Moskau sogar ein kleines Studiotheater, nachdem seine Schriften zwanzig Jahre lang nur im Untergrund zirkulieren konnten - und dies ausgiebig taten.

    Den Grundtenor aller seiner Geschichten gibt diejenige an, die der deutschen Ausgabe den Titel lieh: Wir brauchen Helden! Wenn dieses Land voller Helden ist (unter dem sowjetischen Regime gab es jede Menge Auszeichnungen wie „Held der Arbeit”), dann nur, weil es ohne diese Helden nicht ginge. Denn in diesem Land läuft nichts, wie es sollte...

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    Sorokin, Wladimir

    Der Schriftsteller und Dramatiker Wladimir Sorokin (manchmal auch Vladimir Sorokin geschrieben) wurde 1955 geboren und ist laut Wikipedia „einer der Hauptvertreter des Konzeptualismus in der russischen Literatur und [...] einer der schärfsten Kritiker der politischen Eliten Russlands.“.

    Näheres zum Autor: siehe dt. Wikipedia unter Wladimir Sorokin

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    Wladimir Sorokin, Der Tag des Opritschniks

    Roman, angelesen auf Französisch (Vladimir Sorokine, Journée d’un opritchnik). Originaltitel: День опричника (Den opritschnika, gleichbedeutend mit dem deutschen Titel).

    Ich habe diesen Roman - in der französischen Fassung - zu lesen versucht, habe ihn aber ungefähr nach der Hälfte das Buch angewidert weggelegt. Sorokins Art, die menschenverachtenden Brutalitäten eines fiktiven neu-russischen Totalitarismus genüsslich darzustellen, geht mir auf die Nerven. Vielleicht sehen russische Leser aus dem real existierenden Putinistan das anders, aber ich selbst habe Mühe, in diesem Roman mehr als die kommerzielle Ausbeutung niedriger Instinkte seiner Leserschaft zu sehen.

    Meine ausführlichere Kritik können Sie derzeit leider nur auf Französisch nachlesen, siehe Journée d'un Opritchnik.

    Titel: Da es im Russischen weder einen bestimmten noch einen unbestimmten Artikel gibt, muss man sich für den deutschen Titel wegen der möglichen Assoziationen etwas einfallen lassen. Ich hätte „Der Arbeitstag eines Opritschniks“ vorgezogen.

    Fazit: Ein Literaturwissenschaftler oder Kritiker muss da wohl durch, aber einem normalen Leser würde ich von dem Buch abraten. Wenn Sie es dennoch lesen wollen:

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    Sostschenko, Michail

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    Michail Sostschenko, Bleib Mensch Genosse

    „Satiren und Grotesken”. Gelesen auf Deutsch.

    Michail Sostschenko war kein virulenter Dissident, sondern eher ein Meister des Drahtseilaktes zwischen den Forderungen des Sowjetsystems und einer von diesem gerade noch hingenommenen humorigen Darstellung des Alltags und der real existierenden Schwächen des homo sovieticus. Dadurch saß dieser Autor immer mal wieder zwischen allen Stühlen. Trotz dieser heiklen Lage finde ich, dass Soschtschenkos Alltagshumor auch heute noch gut lesbar ist. Und auf jeden Fall sind seine Geschichten und Geschichtchen ein historisches Dokument für den Überlebenskampf eines Autors unter der sowjetischen Herrschaft.

    Info / Kauf: Langen-Müller-Verlag, Antiquariat.

    Bei unseren Partnern ist nur folgendes Buch von Michail Sostschenko lieferbar, das vielleicht auch einige der Erzählungen des obigen Bandes enthält:

    Sentimentale Satiren

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    Michail Sostschenko, Bleib Mensch Genosse

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    Tolstaja, Sofja

    Sofja Tolstaja lebte 1844 - 1919 und war 50 Jahre lang die Ehefrau des schon zu Lebzeiten hochverehrten Schriftstellers Leo (Lew) Tolstoj, dem sie unter Hintansetzung ihrer eigenen Interessen nicht nur 16 Kinder gebar (wovon 13 überlebten), sondern neben ihren häuslichen und gesellschaftlichen Pflichten auch die vielbeschäftigte Privatsekretärin ihres Mannes war.

    Mehr über die Autorin bietet die dt. Wikipedia unter Sofja Andrejewna Tolstaja.

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    Sofja Tolstaja, Eine Frage der Schuld

    Roman, gelesen auf deutsch. Russischer Originaltitel: ЧЬья виа? (Wessen Schuld?).

    Untertitel: Anlässlich der "Kreuzersonate" von Lew Tolstoi (По поводу "Крейцеровой сонаты Лва Толстово).

    Sofja Tolstaja nahm es zeitlebens hin, immer im Schatten ihres Mannes zu stehen, ja sie übernahm einen Großteil ihrer Aufgaben sogar aus eigenem Antrieb. Was sie jedoch im Stillen wurmte, war, dass ihr Mann seine machistisch verschrobenen Ansichten von der natürlichen Dienstbarkeit der Frau und ihrem sündigen Verführungstrieb laut in die Welt posaunte. Als die „Kreuzersonate“ dem Ganzen die literarische und gesellschaftliche Krone aufsetzte, platzte Tolstois Frau die Geduld, und sie schrieb in dem kurzen Roman Eine Frage der Schuld eine Art Gegendarstellung aus weiblicher Sicht. Dabei ging es ihr vor allem um den Nachweis, dass nicht immer die Frau, sondern - und speziell in ihrer eigenen Ehe - meist der Mann die Schuld am Scheitern der ehelichen Beziehungen trägt.

    Der Roman schildert Leben, Liebe und Ehe einer russischen Adligen mit stark autobiografischen Zügen, und ganz wie in den Büchern ihres Mannes tritt die Romanhandlung oft zurück hinter argumentierenden Abschnitten, in denen die Autorin verklausuliert oder sogar offen ihre eigene Lebensphilosophie erklärt.

    Die Schuld an den ehelichen Schwierigkeiten liegt in diesem Roman immer auf Seiten des Mannes, während die Frau grundsätzlich ein verkanntes reines Wesen ist, dem übel mitgespielt wird. Bei genauerer Betrachtung aus heutiger Sicht sind die dargebotenen weiblichen Ansichten über Liebe und Ehe jedoch nicht viel weniger verschroben als die des Lew Tolstoi, nur eben umgedreht. Auch Sofja Tolstaja ist eben ein Kind ihrer Zeit, das trotz seiner Auflehnung seinen Horizont nicht unendlich weit dehnen kann.

    Die Revolution fand übrigens im stillen Kämmerlein statt, denn die Autorin hat ihr Werk nicht zu ihren Lebzeiten veröffentlicht, - was ihr in der damaligen Männerwelt vermutlich auch sehr schwergefallen wäre...

    Beigaben: Das Buch enthält auch eine aufschlussreiche Kurze Autobiographie der Gräfin Sofja Tolstaja sowie ein Nachwort von Ursula Keller.

    Die Übersetzung von Alfred Frank und Ursula Keller ist angenehm zu lesen.

    Fazit: Wer seinen Blick auf die Sittengeschichte der letzten Jahrzehnte des zaristischen Russlands und speziell auf Leben und Werk Lew Tolstois schärfen will, sollte unbedingt dieses Buch lesen.

    [hrh 09.09.10]

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    Tschernyschewski, N. G.

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    Nikolai Gawrilowitsch Tschernyschewski, Was tun?

    Roman. Gelesen auf Deutsch.

    Dieser Roman wurde 1863 in einer Einzelzelle der Peter-Pauls-Festung in St. Petersburg geschrieben und wurde nur durch ein Versehen des Zensors zum Druck freigegeben. Man befand sich in Russland damals im aufkeimenden Kapitalismus, aber das zaristische Regime musste bereits gegen die Anfänge sozialrevolutionärer Tendenzen ankämpfen.

    Der Roman schildert die Geschichte einer jungen Frau aus dem Volk, die - unerhört für die damalige Zeit - nach dem Ausbruch aus ihrer kleinbürgerlichen Familie an der Seite eines Medizinstudenten und Sozialrevolutionärs ein neues Leben beginnt, durch eigene Arbeit (Skandal!) zur selbstbewussten Persönlichkeit wird und mit dem Aufbau einer florierenden Nähstube anderen Frauen, oft aus schwierigen Verhältnissen, die Chance eines Neuanfangs bietet.

    Der Roman hatte einen durchgreifenden und nachhaltigen Erfolg, und seine Verbreitung wurde von der zaristischen Zensur mit Sorge und Argwohn verfolgt. In der kommunistischen Ära war er quasi Pflichtlektüre, und die allen Ex-DDR-lern altbekannte und mir Wessi erst bei kürzlichen Besuchen im Osten aufgefallene Clara Zetkin bezeichnete als „Alpha und Omega der russischen Jugend”.

    Obwohl diese politische Karriere des Romans ihn in den Augen vieler diskreditiert, fand ich es aufschlussreich, ihn (1991) zu lesen, denn gerade das Element der Befreiung der Frau von archaisch-gängelnden sozialen Bindungen ist immer noch ein aktuelles Thema, und nicht nur in Entwicklungsländern!

    Außerdem zeigt der Roman eindringlich, welche Missstände zu den späteren Revolutionen geführt haben und welche ungeheuren Erwartungen die Menschen damals an die Sozialrevolutionäre herantrugen.

    Dass dann viele Erwartungen enttäuscht, Ideale pervertiert und Millionen von Menschen in die Katastrophe geführt wurden, steht auf einem anderen Blatt, das andere zu verantworten haben.

    Ich habe den Roman allen heutigen politischen Tendenzen zum Trotz mit literarischem Vergnügen und sozialpolitischem Interesse gelesen und würde ihn jederzeit weiterempfehlen. Man kann ihn auch anders verstehen, als man das über Jahrzehnte versucht hat.

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    Zwetajewa, Anastassja

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    Anastassja Zwetajewa, Kindheit mit Marina

    Roman(?), gelesen auf Deutsch.

    Als beflissener Leser von Marina Zwetajewa musste ich natürlich auch dieses Buch ihrer Schwester lesen, habe es aber jetzt schon bereut, obwohl ich erst am Ende des ersten Viertels des Buches angelangt bin. Ich versuche es immer wieder mit ein paar weiteren Seiten, aber ich lasse es immer wieder enttäuscht liegen.

    Falls im von mir ungelesenen Teil des Buchs nicht noch große literarische Wunder geschehen (aber eigentlich ist es dazu zu spät), ist es ein Skandal, dieses Machwerk als Roman zu bezeichnen. Man hat ständig das Gefühl, dass da eine bedauernswerte Frau, vom literarischen Erfolg ihrer Schwester und den Verlegern getrieben, etwas tut, wozu sie eigentlich nicht fähig ist: ein Buch schreiben.

    Den Erfolgszwang im Nacken, versucht sie sich krampfhaft an irgendwelche nichtssagenden Einzelheiten aus der gemeinsamen Kindheit zu erinnern, und listet diese dann auf (viel mehr ist es nämlich nicht) bzw. sagt: Bedaure, das weiß ich nicht mehr.

    Wenn jemand an konkreten Einzelheiten der Biografie der jungen Jahre von Marina interessiert ist, kann er das Buch zur Not als Nachschlagewerk benutzen. Die Kapitel sind so kurz und die Titel so lang und detailliert, dass man meist leicht die gesuchten Dinge findet.

    Aber wenn jemand ein literarisches Werk lesen will, dann hat er hier (wie ich selbst) einen Fehlgriff getan. Das ist jedenfalls mein persönlicher Eindruck. Da niemand gezwungen ist, sich dieser Meinung anzuschließen, gebe ich weiter unten dennoch die möglichen Online-Bezugsquellen an. Beachten Sie bitte die dort abgelegten Kritiken, von denen manche das Werk überschwenglich loben.

    Die verlegerische Stärke des Buches liegt im Nachwort und in den Anhängen: Zeittafel, Personenverzeichnis, kurze Bibliografie.

    Sprachliche Hinweise

    An die hier gebrauchte Umschrift der russischen Namen muss man sich erst gewöhnen, z.B. Doppel-S für jedes stimmlose S, auch am Wortanfang. Da hemmt die Philologie den Lesefluss.

    Das Personenverzeichnis bringt lobenswerterweise, aber nur ansatzweise auch Hinweise zu den in Russland üblichen Kosenamen der vorkommenden Personen. Manches wird auch im „Roman”text direkt erklärt.

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    Zwetajewa, Marina

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    [nachzutragen]

    Bild: Hundi lebt

    Hans-Rudolf Hower 2002

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    Häufige Fragen - Webmaster

    Letzte Aktualisierung: 06.04.16