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Auf dieser Seite sammeln wir Wörter, die uns in irgendwelchen Medien aufgefallen sind: neue, ungewöhnliche, skandalöse, entsetzliche, stillose, verrückte, bandwurmartige, ohrwurmige, oberaffen-usw., überhaupt tierische, besonders nette, spleenige, kuriose, megatrendige, na Sie wissen schon. Wenn Ihnen also irgendwo irgendetwas ähnlicher Art auffällt, dann schicken Sie es uns bitte, aber unbedingt mit genauer Quellenangabe! Nebenstehendes Menü zeigt, wo wir bereits fündig geworden sind.

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Bank

Quelle:

In aller Munde. In vielen Zeitungen und Zeitschriften.

Gemeinter Sinn:

Seriöses Institut, bei dem das gesparte Geld sicherer aufbewahrt wird als im Sparstrumpf und außerdem noch Gewinn abwirft.

Gemeine Unterstellung:

Räuberhöhle in der Hand raffgieriger Zocker, die kein Risiko scheuen, das Geld ihrer Kunden zu vernichten, und dann eben diese ausgenommenen Kunden (als Steuerzahler) auch noch für den entstandenen Schaden und die anstehenden Bonuszahlungen an ihr ach so effektives Management aufkommen lassen.

Von Scham keine Spur...

[hrh 22.04.09]

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Blitzer

Quelle:

In aller Munde, zunächst in der ersten Bedeutung, jetzt in der zweiten.

Früherer Sinn:

Ein höchstens mit einem Ring an einem Finger bekleideter Mann (ja, meistens waren es Männer), der in den 1960-70er Jahren aus für Außenstehende nicht immer recht einsehbaren Gründen plötzlich die Straße entlangrannte oder auf dem Fußballfeld erschien (natürlich während des Spiels) oder Shopping ging, wie man heute sagen würde.

Entgegen dem, was einem in unserem von Kindesmissbrauch (vor allem in der katholischen Kirche und in angesehenen Lehrinstituten) gebeutelten Jahr des Herrn 2010 auf der Zunge liegen könnte, handelte es sich damals in der Regel nicht um sexuell motivierten Exhibitionismus, sondern um eine Art Gesellschaftsspiel oder Mutprobe. Dabei kam es darauf an, einen möglichst großen und möglichst langen Publikumserfolg zu bekommen, bis die Polizei einschritt. Was diese auch regelmäßig tat, wegen Störung der öffentlichen Ordnung oder so.

Heutiger Sinn:

Eine am Straßenrand stehende oder auf Brücken montierte, gemeinerweise meist dilettantisch bis militärisch perfekt kamuflierte Radarkontrolle der Polizei, die täglich die Steuereinnahmen des Staates zu sanieren hilft.

[hrh 26.04.10]

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Bulle

Quelle:

Münchener Presse im April 2016.

Normaler Sinn:

Stier, männliches Hausrind.

Umgangssprachlicher Sinn:

Polizist (abwertend).

Als eine Zeitung auf der ersten Seite den dicken Titel brachte „Polizei erschießt Bullen im Supermarkt“, fragte sich so mancher, ob die Polizei einen der ihren in einem Supermarkt erschossen hatte. Und warum sollte sie?

Die Lösung des Rätsels: Ein Bulle (männliches Hausrind) hatte von einem Viehtransporter aus die Flucht ergriffen und war in seiner Verwirrung mitten in einem Supermarkt gelandet. Dort wurde das Tier (und nur dieses) von der Polizei erschossen.

[hrh 06.04.16]

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Exkommunikation

Quelle:

In aller Munde. In allen Zeitungen (außer denen der Pius-Bruderschaft und anderer Lefebvre-Anhänger).

Gemeinter Sinn:

Kirchenausschluss unverbesserlicher Abweichler von der rechten Lehre.

Gemeine Unterstellung:

Die Exkommunikation wird heute nur noch auf Opfer sexueller Gewalt, deren Familie und betreuende Ärzte angewandt, dann aber sofort. Vergewaltiger werden nicht behelligt. So geschehen vor einigen Tagen, als in Brasilien wegen akuter Lebensgefahr an einem mit Zwillingen schwangeren 9-jährigen Mädchen ein legaler Schwangerschaftsabbruch durchgeführt wurde. Der Vergewaltiger, der Familienvater, ist zwar auf der Flucht, aber nur vor den Staatsorganen. Meines Wissens wurde er von der römisch-katholischen Kirche nicht zur Rechenschaft gezogen. Näheres siehe z.B. brasilblog.net.

Auch Antisemiten und Holokaust-Leugner haben von der Kirche nicht viel zu befüchten, selbst wenn sie dogmatisch völlig daneben liegen. Wir warten immer noch auf die (erneute) Exkommunikation des abtrünnigen Bischofs und Holokaust-Leugners Williamson. Im Gegenteil wurde für ihn und Konsorten die bestehende Exkommunikation aufgehoben. Man will ja keine wertvollen Mitglieder verlieren...

Auch um den lombardischen Priester Floriano Abramovicz ist es ruhig geworden. Seine Holokaust-Leugnung bleibt wohl ungesühnt.

Ganz zu schweigen von der kriminellen Abzocke der zehn polnischen Priester aus Wroclaw (Breslau), die mit 109 Millionen Euro natürlich eine Bagatelle gegenüber unseren allseitigen Bankenskandalen ist. Aber ist das mit dem Priesteramt oder auch nur mit dem katholischen Glauben vereinbar? Das Geld diente übrigens windigen Börsenspekulationen und der Schmierung eines Parlamentsabgeordneten - und wurde bisher nicht wieder aufgefunden.

Zum Gesagten passt ein Artikel der Süddeutschen Zeitung vom 12.05.09 (im Fürstenfeldbrucker Teil) unter dem Titel „Pfarrer vor Hochzeit exkommuniziert”. Darin kann man lesen:

  • „Das Bistum Augsburg hat [den ex-Pfarrer] und seine Lebensgefährtin [und künftige Ehefrau] bereits exkommuniziert.” Vergehen gegen die kirchliche Lehre ahndet die katholische Kirche also sofort - wenn es sich nicht um einen Bischof handelt.
  • „Ihre gemeinsame Wohnung im Pfarrhaus mussten sie [der ex-Pfarrer und seine zukünftige Ehefrau] mit sofortiger Wirkung verlassen.” So einen Rausschmiss könnte sich kein anderer Hauseigentümer erlauben.
  • „Er [der ex-Pfarrer] und seine zukünftige Frau können trotz ihrer tiefen Verwurzelung im katholischen Glauben in keiner Pfarrgemeinde und keiner kirchlichen Einrichtung mehr angestellt werden, auch nicht als Religionslehrer.” Das kommt bei diesem Beruf einem weitgehenden Berufsverbot gleich.
  • „Aus dem Schematismusder der Diözese Augsburg wird sein [des ex-Pfarrers] Name gelöscht.” Als ob es ihn nie gegeben hätte. Das erinnert an die Praktiken des Orwellschen Staates und diejenigen der Sowjetunion.
  • „Weil von der Diözese keine Sozialversicherungsbeiträge gezahlt wurden, hat er [der ex-Pfarrer] auch keinen Anspruch auf Arbeitslosengeld.” Jeder andere Arbeitgeber bekäme bei so einem Verhalten juristische Prügel.
  • „Seine [des ex-Pfarrers] bisherige Mitarbeiterin [und zukünftige Frau], die im Fernstudium Theologie studiert hat, kann ihre zweite Dienstprüfung nicht mehr abschließen.” Das kommt einem weitgehenden Berufsverbot gleich. Das zweite in derselben Familie.
  • Fazit: Die römisch-katholische Kirche ruiniert hier nicht nur eine Familie, bevor sie überhaupt wirklich entsteht, sondern sie fährt weiterhin ihren selbstmörderischen Kurs der Abschreckung vom Priesteramt. Wen wundert es noch, dass der Priestermangel in Deutschland immer größer wird?

    Man sage nicht, dass es sich hier wieder einmal nur um eine persönliche Maßnahme des Bischofs Mixa handle! Da die Kirche diesen Bischof weiterhin in Amt und Würden belässt, müssen seine Maßnahmen als Maßnahmen der Kirche gelten.

    Avanti Roma!

    [hrh 10.03.09, ergänzt am 17.05.09]

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    Biosprit

    Quelle:

    In aller Munde.

    Gemeinter Sinn:

    Ein biologischer, umweltschonender Ersatz für die fossilen Automobiltreibstoffe.

    Gemeine Unterstellung:

    Der Biosprit löst keine Umweltprobleme, sondern verschärft sie noch. Der Begriff „Biosprit“ ist daher eine Mogelpackung zugunsten der deutschen Autoindustrie. Dies geht aus einem Bericht und einem Leitartikel der Mitgliederzeitschrift des Verkehrsclub Deutschland (VCD) hervor. Die Argumente:

  • Die beim Anbau von Raps und Mais (den Grundstoffen für Biosprit) eingesetzten Dünger produzieren soviel Lachgas, dass Biosprit mehr das Klima schädigt als bisheriger Treibstoff.
  • Die anvisierten 10% Biosprit am Gesamtverbrauch in Deutschland (und bald der ganzen EU) können in Europa mangels Anbaufläche nicht produziert werden. In den anvisierten Ausweichgebieten in Brasilien und Indonesien wird dadurch die Ausrottung des Regenwaldes weiter vorangetrieben, mit weiteren gefährlichen Folgen für das Ökosystem und das Klima.
  • Bei der Abholzung und Trockenlegung ausgedehnter Moor- und Torfböden zur Biospritproduktion wird soviel schädliches Treibgas freigesetzt, dass dies über Jahrhunderte nicht durch Biospriteinsatz kompensiert werden kann.
  • Der VCD sieht daher im Biosprit ein „riesengroßes Täuschungsmanöver, um von den Versäumnissen der Vergangenheit abzulenken und die der nahen Zukunft grün zu übertünchen.“

    Gemeine Unterstellung?

    Nachwort Anfang April 2008: Die dt. Regierung verkündet, dass die per Gesetz verordnete Beimengung von Biosprit zum Automobiltreibstoff erst einmal gestoppt wurde. Aber nicht zwecks Umweltschutz, - sondern weil viele Autohersteller bekanntgegeben haben, dass ihre Automotoren den Biosprit nicht verkraften...

    [hrh 31.03.08 / 04.04.08]

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    Davos-Regel

    Quelle:

    Ein Insider.

    Gemeinter Sinn:

    Als empirischer Ausgangspunkt jeder ärztlichen Handlung bietet sich die Stelle an, an welcher der Patient Schmerzen hat: da, wo's wehtut. Daraus entwickelte sich die sogenannte und gern beachtete Da-wo's-Regel. Die, vernünftig angewandt, durchaus sinnvoll sein kann.

    Gemeine Unterstellung:

    Der von Lästermäulern geförderte Übergang von der Schreibung „Da-wo's-Regel“ zu „Davos-Regel“ zeugt von der anscheinend verbreiteten Unterstellung, es gäbe Mediziner, die in „Da wo's“ den Tellerrand sehen, über den sie nur ungern hinausschauen, da sie mental schon beim nächsten von der Pharma-Industrie gesponsorten Ärztekongress in Davos sind.

    [hrh 24.01.08]

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    Biergarten

    Quelle:

    Das tägliche Leben.

    Gemeinter Sinn:

    Ein angenehmer Ort unter schattigen Bäumen, an dem man mit netten Freunden (und Freundinnen) ein schönes kühles Bier trinken und seine mitgebrachte Brotzeit (Vesper, Imbiss) verspeisen kann. So war es ursprünglich königlich-bairisch gemeint.

    Mit dieser Auffassung einigermaßen vereinbar - aber vielleicht der Anfang vom Ende - war dann die neuere Entwicklung, dass der Biergarten auch Speisen in Selbstbedienung vor Ort anbot.

    Randbemerkung: Dass in Biergärten grundsätzlich das Trinken mitgebrachter Getränke verboten ist, sollte der Kunde ohne Murren hinnehmen, denn mit irgendetwas muss der Wirt ja sein Geschäft machen, - das wegen der deutschen Wetterbedingungen sowieso auf wenige Monate im Jahr beschränkt ist. Seit es in den meisten Biergärten auch Getränke ohne Alkohol zu kaufen gibt, kommen auch Kinder ohne Feldflasche auf ihre Kosten.

    Gemeine Unterstellung:

    Das Wort „Biergarten" ist in neuerer Zeit eines der von der deutschen - und bald auch internationalen - Gastronomie am meisten missbrauchten Wörter. Jedes zweite Restaurant und sogar Café meint heute einen Biergarten anbieten zu müssen, - der aber keiner ist.

    Der traditionelle Biergarten wurde von zwei Seiten in die Zange genommen: zum einen von den Kunden selbst, die immer mehr zu faul oder zu „bürgerlich" waren, eigene Speisen mitzubringen, und lieber vor Ort kauften, und zum andern von den Gastronomen, die dazu übergingen, jede beliebige Café- oder Restaurant-Terrasse „Biergarten" zu nennen. Selbst in Oberbayern, dem Stammland der Biergärten, kann man dem Wort nicht mehr trauen.

    Es ergibt sich folgende neue Biergarten-Typologie:

  • Die Café- oder Restaurant-Terrasse, die mit dem Biergarten nur den Namen gemein hat. Der Kunde wird bedient und darf nichts Essbares mitbringen.
  • Der Schicki-Micki-Biergarten mit mehr oder weniger ausuferndem Speiseangebot ohne Selbstbedienung. Er kommt ohne ein Verbot für mitgebrachte Speisen aus, denn in einer solchen Umgebung wagt es sowieso keiner, Mitgebrachtes zu essen.
  • Der neue Standard-Biergarten mit einerseits gedeckten Tischen, an denen bedient wird und die Restaurant-Regeln gelten, und andererseits ungedeckten Tischen, an denen Selbstbedienung gilt und mitgebrachte Speisen verzehrt werden dürfen.
  • Der Möchte-gern-Biergarten mit mehrheitlich gedeckten Tischen, an denen bedient wird und die Restaurant-Regeln gelten, und einigen wenigen, meist abseits platzierten ungedeckten Tischen, an denen Selbstbedienung gilt und mitgebrachte Speisen verzehrt werden dürfen.
  • Der gemütliche Biergarten mit mehrheitlich ungedeckten Tischen, Selbstbedienung und einem nicht zu aufwändigen Kioskbetrieb für den Gast, der gerade mal nichts Essbares mitbringen konnte.
  • Und wo geht die Entwicklung hin? Außerhalb Oberbayerns hat es nie richtige Biergärten gegeben und wird es leider wohl auch nie geben. Und im Stammland des Biergartens? Ein paar oberbayrische Flecken werden wohl noch einige Jahrzehnte die Biergarten-Stellung halten. Aber der Druck zur vollständigen Ausschöpfung aller kommerziellen Möglichkeiten und das Verhalten der Kunden werden es den Wirten immer schwerer machen, nicht in einen „normalen" Restaurant-Betrieb abzudriften. Schade!

    [hrh 12.03.07]

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    Verringerung des CO2-Ausstoßes

    Quelle:

    Presse, Radio und Fernsehen.

    Gemeinter Sinn:

    Maßnahme zum Schutz der Umwelt vor übermäßiger Erwärmung, weltweitem Abschmelzen der Gletscher und der polaren Eiskappen, Erhöhung des mittleren Meeresspiegels, Überflutung weiter Landstriche auf der ganzen Erde (nicht nur Südseeinseln, sondern auch Belgien, Niederlande, Dänemark und Norddeutsche Tiefebene).

    Gemeine Unterstellung:

    All diese Gefahren interessieren große und einflussreiche Teile der Weltbevölkerung nicht wirklich. Sie produzieren, kaufen und fahren weiterhin massenweise Autos, die CO2-Mengen jenseits aller Umweltnormen ausstoßen. Anscheinend haben sie alle eine Fahrkarte zu einer attraktiven Ersatzumwelt auf einem anderen Planeten in der Tasche (Reisedauer: Lebenszeit mehrerer Generationen, Ziel: ungewiss, Platzangebot: einige wenige Plätze, Rückreise: nicht vorgesehen).

    Aktueller Hinweise (Anfang 2007): Nach den letzten mir bekannten Statistiken erfüllen nur 3 (drei!) europäische Autoherstelle die neuen Abgasnormen: Citroën, Peugeot und Renault. Und was machen die deutschen Hersteller? Nehmen sie die Aufholjagd auf, um künftige Arbeitsplätze am Industriestandort Deutschland zu sichern? Mitnichten! Sie jammern nur - gegen die neuen Vorschriften. Nicht gegen die von ihnen mitverantwortete Klimakatastrophe, die unsere Kinder und Enkel ausbaden dürfen! Sollte es doch wahr sein, dass die deutschen Unternehmer nichts mehr unternehmen, sondern nur noch gebannt auf den Aktienkurs starren?

    Aber machen wir es uns nicht zu leicht: Wer weiter diese Dreckschleudern kauft und fährt, zeigt damit, dass ihm alles wichtiger ist als eine saubere und für den Menschen zukunftsfähige Umwelt. Komfort gegen Zukunft, so einfach ist das.

    Auch unsere restriktiven Asyl- und Einwanderungsgesetze werden uns übrigens nicht vor den künftigen, durch die Klimakatastrophe losgetretenen Flüchtlingsströmen retten. Belgier, Niederländer, Dänen und Norddeutsche sind EU-Bürger und können nicht ausgewiesen werden.

    Noch ein aktueller Hinweis (03.02.07): Heute gingen die politischen Reaktionen auf den jüngsten Weltklimabericht durch die Medien. Die USA erklären, dass ihr Beitrag zur CO2-Verschmutzung der Luft so gering gegenüber der vom Rest der Welt verursachten sei, dass sie keinerlei eigene Maßnahmen zur Luftreinhaltung für nötig halten. (Kommentar auf Bayern 1: Die USA verantworten für sich allein 25% der CO2-Luftverschmutzung.) China, potenzieller Umweltsünder Nummer 1 der nächsten Jahrzehnte, scheint den Umweltbericht schlichtweg zu ignorieren.

    [hrh 03.02.07]

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    Morgensteifigkeit

    Quelle:

    Mehrfache Wiederholung in einer Fernsehwerbung für ein Heilmittel gegen dieses Unding.

    Gemeinter Sinn:

    Hier unwichtig.

    Gemeine Unterstellung:

    Eine so schöne Wortbildung wird sicher bald Nachahmer auf den Plan rufen. Bald wird es nur so wimmeln von Ausdrücken wie:

    Bösigkeit, Gesundigkeit, Reinigkeit, Sattigkeit, Schönigkeit, Krankigkeit, Rauhigkeit, Rotigkeit, Taubigkeit, Verrücktigkeit und vielen anderen -igkeiten...

    Es sei denn, das Mittel gegen die Morgensteifigkeit wirkt in Wirklichkeit nur gegen morgendliche Steifheit - oder gar Steife...

    Hier kann ich nicht umhin, unsere österreichischen Nachbarn zu loben, die - zumindest in folgendem Fall - vernünftiger sind als die Deutschen und Bayern: Letztens hörte ich bei einem herrlichen Urlaub im Stubaital (da müssen Sie mal hin!) jeden Morgen den weniger herrlichen Wetterbericht, der mir aber regelmäßig den Tag erhellte, wenn er von der „Luftfeuchte“ sprach. Denn wie würde ein deutscher oder bayrischer Wetterbericht sagen, - sicher unter dem Einfluss eines ominösen Eigenschaftswortes „feuchtig“?

    Warum ich einen Unterschied zwischen Deutschen und Bayern mache? Weil ich beide kenne. ;-)

    Nachtrag:

    Man soll ja nicht nachtragend sein, aber dieser Nachtrag ist der Gerechtigkeit wegen nötig. Die mir bei Morgensteifigkeit aufgefallene Absurdität der Begriffsbildung ist ein in der deutschen Sprache weit verbreitetes Übel. Keiner merkt es mehr, weil all diese Wörter bereits zum allgemeinen Wortschatz gehören. Ich denke da etwa an Geschwindigkeit (von geschwindig?), Helligkeit (von hellig?), Schnelligkeit (von schnellig?) oder Süßigkeit (von süßig?).

    [hrh 19.01.07, erweitert 02.10.07 und 28.10.08]

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    Gefühlssteuer

    Quelle:

    Ein Gespräch über den Ladentisch, bei dem festgestellt wurde, dass die Kreditkarte „mit vui G'fui" (unbayrisch: mit viel Gefühl) in den Leser eingeschoben werden musste, was wiederum kein Problem war, denn „Gefühl haben wir ja alle mehr als genug".

    Gemeinter Sinn:

    Keiner, denn dieses Wort gibt es offiziell gar nicht.

    Gemeine Unterstellung:

    Unter diesem Wort verstehe ich spontan folgende Dinge:

  • Steuer auf Gefühle: Es grenzt an ein Wunder, dass unsere Politiker diese nie versiegende Geldquelle für die Sanierung der Staatsfinanzen noch nicht entdeckt haben. Jeder Mensch hat Gefühle im Überfluss, sozusagen als nachwachsende Rohstoffe, und es wäre doch nur gerecht, wenn jeder für diesen seinen ganz persönlichen Luxus eine Steuer abführen müsste. In Zeiten, da der Staat in sämtliche ihm nicht gehörenden Taschen greift, sollte er auch diese nicht verschmähen. Es käme aber nur eine undifferenzierte Steuer ohne Rücksicht auf Art und Intensität des zu besteuernden Gefühls in Frage, denn nur so kann man sicher sein, dass jeder finanziell Arme genauso viel Steuern zahlt wie sein steinreicher Nachbar. Wegen der sozialen Ausgewogenheit (oder so).
  • Steuerzahlung nach Gefühl: Vor dieser Variante kann man nur warnen, denn sie führt nicht weit. Man kann dem Finanzamt (oder seinen politischen Hintermännern) vieles vorwerfen, aber rechnen können sie!
  • Gefühlte Steuer: Wie man zwischen gemessener und gefühlter Temperatur unterscheidet, gibt es auch eine gezahlte und eine gefühlte Steuerlast. Im Gegensatz zur Temperatur ist letztere stets bedeutend höher als erstere. Allerdings nimmt der Unterschied zwischen gezahlter und gefühlter Steuer (mindestens) proportional zum Reichtum der Person zu. Am schlimmsten ächzen die Allerreichsten (die oft am wenigsten Steuern zahlen); sie sehen sich dann gezwungen, ihren verbleibenden Reichtum durch Verlegung ins Ausland (Bahamas, Schweiz) zu retten, wo sie dann ein trauriges Exildasein an der Grenze des (gefühlten) Existenzminimums fristen.
  • Ausschließlich gefühlte Steuer: So mancher Großkonzern kennt eigentlich nur die gefühlte Steuer, denn welche zahlen tut er nicht. Die fiskalischen „Gestaltungsmöglichkeiten" könnten dem Mann oder der Frau von der Straße die Tränen des Neides in die Augen treiben. Aber die Großaktionäre sind's zufrieden (wenn sie auch gern noch mehr hätten). Und nur die zählen ja wirklich in diesem unseren Land.
  • [hrh 11.01.07]

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    Tapeten-Handy

    Quelle:

    Reklameprospekt des Bauhauses.

    Gemeinter Sinn:

    Ein Gerät zur angeblichen oder wirklichen Erleichterung des Tapetenklebens. Man bekleistert nur noch die Wand und rollt die trockene Tapete auf das Handy und von da an die Wand. Wenn ich das richtig verstanden habe...

    Gemeine Unterstellung:

    Die Sprachentwicklung kann man nicht nur nicht aufhalten, sondern genau wie die Liebe tut sie, was sie will - bzw. was die Werbefritzen wollen. Den Filmtitel „Man spricht Deutsch" wird bald keiner mehr verstehen, weil alle nur noch Denglisch reden...

    Da bleibt anzumerken, dass das Handy nur in den Köpfen der (meisten?) Deutschen ein englisches Wort ist (sonst hätte es sich wohl nicht durchgesetzt). In Wirklichkeit versteht das kein Angelsachse, denn das Handy ist angeblich eine rein schwäbische Wortschöpfung. Der erste Schwabe, der eines dieser neumodischen Telefone sah, soll nämlich erstaunt gefragt haben: „Hän die ko Schnur?" (für Nordlichter: „Haben die kein Kabel?")

    Noch eine Anmerkung, für Angelsachsienfahrer: Das Handy heißt dort entweder „mobile (phone)" oder „cellular (phone)", wobei ersteres in den USA [moubl] ausgesprochen wird, im UK aber [moubail].

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    Zoigl

    Quelle:

    Mitgliederzeitschrift des VCD (Verkehrsclub Deutschland).

    Gemeinter Sinn:

    Mit diesem Wort bezeichnet man heute eine kommunale Braugemeinschaft (sowas gibt's noch!) in Windischeschenbach, zwischen Fichtelgebirge und Bayrischem Wald und nahe der tschechischen Grenze. Das Zeichen dieser Gemeinschaft ist ein sechseckiger Stern, der dem Davidstern zum Verwechseln ähnlich sieht, aber unter dem der Schriftzug „Zoigl" klarstellt, dass es um das bayerische Nationalgetränk in seiner Zoigl-Variante geht. Die sechs Ecken des Sterns symbolisieren die traditionellen sechs Ingredienzien dieses Saftes, nämlich Feuer, Wasser, Luft, Wasser, Malz und Hopfen (Hefe kam später). Die Wirtschaften, die Zoigl ausschenken, sind nicht immer alle geöffnet; daher hängt vor den gerade offenen der Stern als „Zeiger", der dann sprachlich über „Zeigl" zum „Zoigl" wurde. Und in den Wirtschaften soll es richtig urig und familiär zugehen. Auf nach Windischeschenbach!

    Gemeine Unterstellung:

    Der Kapitalismus ist wohl - zum Glück - noch nicht wirklich bis in diese Ecke vorgedrungen, sonst hätte er diese kleine Braugemeinschaft wohl schon plattgemacht. Daher bitte diese Informationen an keine Großbrauerei weitergeben!

    Auf zum Zoigl nach Windischeschenbach, aber vorzugsweise mit der Bahn! Wenn man auch in Nürnberg und Weiden umsteigen muss...

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    Bildungshunger

    Quelle:

    Medienberichte.

    Gemeinter Sinn:

    Bis etwa Anfang der 1990er Jahre bedeutete dieser Begriff den Hunger nach Bildung.

    Gemeine Unterstellung:

    Seinen Hunger nach Bildung konnte auch im 20. Jahrhundert nicht jeder stillen. Man machte also einige pressewirksame Anstrengungen, um mehr Leute in den Genuss der Bildung zu bekommen. Doch gleichzeitig, und im Verein mit einer Welle der Arbeitslosigkeit, stieß man eine große Vermögensumverteilung von unten nach oben an. So wandelte sich unser Begriff allmählich zu Hunger durch Bildung. Denn nun fanden auch gut Ausgebildete bis hin zu Akademikern keinen Broterwerb mehr. Ja, sie wurden doppelt gestraft, da sie wegen der längeren Ausbildungszeit später ins Berufsleben starteten und dann oft als "Überqualifizierte" erst recht keine Arbeit fanden. Und da stehen wir heute.

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    Lehrermangel

    Quelle:

    Das ständige Gerede aller Medien über PISA und andere Miseren unseres Schulsystems.

    Gemeinter Sinn:

    Man würde ja gern mehr Lehrer einstellen, aber es gibt einfach zuwenige ausgebildete Lehrer.

    Gemeine Unterstellung:

    Es gibt eine männliche und eine weibliche Form von Lehrermangel.

    Der Lehrermangel ist ein durch Stellenabbau staatlich geförderter Mangel an Lehrern, der dafür sorgt, dass nur Kinder aus begüterten Häusern dank privater Nachhilfe nicht in ihrer Schulkarriere hängen bleiben. Als flankierende Maßnahme führt man jetzt auch noch hohe Studiengebühren ein, um auch die letzten Idealisten vom Studium auszuschließen. Weiterhin ist der Lehrermangel ein Mangel der Lehrer, da diese auch 40 Jahre nach Mai '68 immer noch nicht eine angemessene pädagogische Ausbildung erhalten.

    Die Lehrermangel ist ein Schulsystem zur Plättung der Schüler und neuerdings auch der Lehrer.

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    Jamaika-Koalition

    Quelle:

    Süddeutsche Zeitung vom 20.09.05: „Jamaika in Dormagen“ von AFP/dpa

    Gemeinter Sinn:

    Eine Koalition aus Christdemokraten (Schwarz), Freidemokraten (Gelb) und Grünen. Diese Zusammenstellung entspricht den Farben der Nationalflagge von Jamaika. Der Begriff wurde als griffige Wahlkampffloskel anscheinend zum erstenmal vom CDU-Fraktionsvorsitzenden des Dormagener Stadtrats 2004 verwendet. Zu der Koalition kam es damals übrigens nicht. Auch bei der Bundestagswahl 2005 redete man immer wieder mal von einer Jamaika-Koalition. Aber auch diesmal wird wohl nichts daraus. Zum Glück für die Grünen...

    Gemeine Unterstellung:

    Keine. (Wie könnte man politischen Parteien nur etwas Gemeines unterstellen...)

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    Konsens-Held

    Quelle:

    Süddeutsche Zeitung vom 09.12.03: „Schluss mit lustig“ von Roger Willemsen

    Gemeinter Sinn:

    Ein Mensch, nämlich Harald Schmidt, der alle oder jedenfalls viele Menschen, die ihn kennen – laut o.g. Zeitungsartikel die deutsche „Intelligenzia“ – meinungsmäßig zusammenführte. In der Vergangenheit, denn der Artikel ist ein Abgesang auf den Fernsehstar, der seine Show beenden will...

    Gemeine Unterstellung:

    Harald Schmidt war sogar ein doppelter Konsens-Held, neudeutsch etwa „dual consense hero“, denn er vereinte meinungsmäßig:

    1.  diejenigen, die ihn vergötterten

    2.  diejenigen, die nichts mit ihm anzufangen wussten

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    Schlange

    Quelle:

    Volksmund

    Gemeinter Sinn:

    Spontane Ansammlung menschlicher Wesen zwecks Erlangung einer Ware oder Dienstleistung. Typisches Verhalten ist das Abbröckeln am Kopfende und das Nachwachsen am Schwanzende.

    Gemeine Unterstellung:

    Die hier beschriebene Erscheinung gesellschaftlichen Lebens wurde bis Ende der 80er Jahre des 20. Jahrhunderts von den Westeuropäern als wesenseigenes Element des real existierende osteuropäischen Kommunismus belächelt. Heute sollten wir es besser wissen, denn auch der ach so verhätschelte (neuerdings zum Neoliberalismus mutierte) Kapitalismus bringt Schlangen hervor (siehe Brillenschlange).

    Folgende Unter- und Abarten sind zu unterscheiden:

    .  Gemeine Schlange (serpens serpens Linné): Sie schlängelt sich gemäß den örtlichen Gegebenheiten mehr oder weniger frei durchs Gelände und ist an kein spezielles Biotop gebunden.

    .  Gitterschlange: Diese halbdomestizierte Art findet man vorzugsweise vor Fußballstadien, Freilichttheatern oder ähnlich gedrängt bewohnten Biotopen. Sie ist auf Gitterverhaue als Fortbewegungshilfe angewiesen.

    .  Zackenschlange: Diese hochspezialisierte Unterart bildet sich in immer wieder unter dem Druck beengender äußerer Einflüsse, entweder als Abart der Gitterschlange in zickzackförmigen Absperrungen oder z.B. beim Broteinkauf in einer viel zu kleinen Münchner Bäckerei und minus 20° Außentemperatur.

    .  San-Marco-Schlange: Diese oft lebensbedrohende Unterart kennt jeder, der Venedig mal zwischen Mai und September besucht hat (und Venedig ist überall im Süden Europas). Sie mutiert oft zur Gitterschlange, was ihr zeitweise die langsame Fortbewegung auch unter glühender Hitze und ohne Sonnenschutz ermöglicht. Selbst das Umfallen oder Absterben einzelner ihrer Körperteile hindert diese Schlange nicht am Weiterleben, Wachsen und Gedeihen.

    .  Quadratschlange: Diese kulturfolgende Unterart kann man vorzugsweise vor Opern, Theatern oder sonstigen Musentempeln beorbachten, wo sie sich mangels weiteren Auslaufs um der Häuserblock windet. Da es sich nicht um eine Würgeschlange handelt, kommen die Bewohner des Häuserblocks meist mit einem Schrecken und einigem Ärger davon.

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    Brillenschlange

    Quelle:

    Süddeutsche Zeitung vom 2.12.03, S. 33, in einem Artikel von Anke Schmitt: „Alle wollen noch schnell eine Brille“, schamhaft mit Gänsefüßchen versehen wie anno dazumal die „DDR“ und genau so real existierend wie diese damals.

    Gemeinter Sinn:

    Während der letzten Monate des Jahres 2003 werden Augenärzte und Optiker von Patienten überrannt, die vor Abschaffung der Kassenleistungen für Sehhilfen sich noch schnell eine solche besorgen wollen.

    Pardon: Die Kassenleistung wird natürlich nicht völlig abgeschafft. Allerdings kommen nur noch so extrem fehlsichtige Patienten in ihren Genuss, dass dies einer völligen Abschaffung sehr nahe kommt (aber weniger Aufsehen erregt).

    Gemeine Unterstellung:

    Diese moderne Unterart der Schlange ist ein Kind des Sozialstaates westlicher Prägung, der sich nach und nach allen „Sozialklimbims“ entledigt, um sich selbst zu retten, wie er vorgibt (Wer denkt da nicht an die alte FJS-Satire?). Kurz vor Abschaffung einer sozialen Leistung kommt es regelmäßig zu auflaufähnlichen Versuchen der Bevölkerung, wenigstens einen letzten Happen des Unrettbaren zu ergattern.

    Aber wer wehrt sich wirklich gegen das, was da abläuft? Es herrscht der vorauseilende Gehorsam. Schon wer auch nur demonstriert, streikt oder sonstwie (z.B. als gewerkschaftlicher Betriebsrat) die Interessen der Untertanen vertritt, hat die meisten Untertanen gegen sich. Es gilt heute mehr denn je als vernünftig und ideologiefrei, die Ideologie und den Standpunkt der Herrschenden einzunehmen.

    Interessant wird sein, wie ein Sozialstaat ohne Soziales, den wir demnächst haben werden, aussieht. Ein Staat mit Arbeitern ohne Arbeit, Rentnern ohne Rente, Versicherungen ohne Leistung ... und Reichen ohne Konkurrenz.

    Hinweis für später Geborene: FJS = Franz-Josef Strauß, damals bayerischer Ministerpräsident aus den Reihen der CSU (woher sonst in diesem unserem Bayern?), wurde damals wegen sozialabbauender Tendenzen in einer Audio-Kollage durch ständige Wiederholung des Wortes „Sozialklimbim“ verhohnepipelt.

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    Surenpingpong

    Quelle:

    Süddeutsche Zeitung vom 04.02.03, Feuilleton, Artikel „Eine Schrift zwischen zwei Buchdeckeln“ von Navid Kermani.

    Gemeinter Sinn:

    Die weit verbreitete Gewohnheit, in Diskussionen über den Islam dem Gegner einzelne, meist aus dem Zusammenhang gerissene und dadurch leicht fehlzudeutende Suren um die Ohren zu schlagen, um seine eigene Position zu untermauern.

    Gemeine Unterstellung:

    Analog dazu könnte man auch vom Verspingpong bei Diskussionen zwischen den christlichen Konfessionen reden...

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    Münzwaschanlage

    Quelle:

    Gesehen in „freier Wildbahn“ in den Straßen von München.

    Gemeinter Sinn:

    Selbstbedienungswaschsalon, wo man mit Münzen bezahlen muss.

    Gemeine Unterstellung:

    Dem organisierten Verbrechen muss es wirklich schlecht gehen, wenn seine Geldwaschanlagen sich jetzt schon auf Münzen spezialisieren. Oder kommt es daher, dass die Euro-Münzen so wertvoll sind?

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    Fliesenlegermentalität

    Quelle:

    Süddeutsche Zeitung vom 15.07.03, Feuilleton, Artikel „Grenzverletzungen“ von Tilmann Buddensieg.

    Gemeinter Sinn:

    Vernichtende Kritik am „ordentlichen“ Kunstverständnis der Kuratoren der Biennale 2003 in Venedig und ihrem daraus hervorgegangenen Umgang mit einem Werk Martin Kippenbergers, das von ihnen in einen Schacht hinter Gitter verbannt wurde.

    Gemeine Unterstellung:

    Wie der Autor des Artikels schon sagt: Der lebende Kippenberger hätte den Kunstpavillon ganz schön aufgemischt...

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    Sonnenuntergangsgarantie

    Quelle:

    Sendlinger Anzeiger vom 08.05.03, Immobilienanzeigen

    Gemeinter Sinn:

    Vom „W-Garten“ des „charmanten Reihenhauses“ aus kann man garantiert die Sonne untergehen sehen.

    Gemeine Unterstellung:

    Und was ist bei Regen, Hagel, Graupel, Schnee?

    Statt sich garantieren zu lassen, dass die Sonne untergeht, sollte man doch eher Wert darauf legen, dass sie am nächsten Morgen wieder aufgeht. Denn dauernd ohne Sonne?! Befragen Sie mal einen Eskimo über die jährliche lange Polarwinternacht!

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    zweisprachiges Schweigen

    Quelle:

    Aleksandar Hemon, Die Sache mit Bruno (Seite 226)

    Gemeinter Sinn:

    Das gemeinsame Schweigen zweier Menschen im Aufzug, die keine gemeinsame Sprache haben, in der sie sich verständigen könnten.

    Gemeine Unterstellung:

    Das gibt es nicht nur im Aufzug und nicht nur unter Menschen verschiedener Sprache...

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    Hans-Rudolf Hower 2004

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    Letzte Aktualisierung: 09.04.16